Wolmirstedt besinnt sich verstärkt auf seine Traditionen und kulturelle Vielfalt. Das heißt, den gewählten Vertretern liegt am 26. Mai zur Stadtratssitzung ein Beschluss für den Aufbau eines regionaltypischen Tourismus zur Entscheidung vor. Am Dienstagabend beriet dazu der Finanzausschuss, gab grünes Licht und reichte die Vorlage an den Hauptausschuss weiter.

Wolmirstedt. Die Ohrestadt will sich touristisch neu aufstellen. Das (vorläufig) letzte Wort spricht am 26. Mai der Stadtrat. Die Tendenz, das zeigte auch die Sitzung des Finanzausschusses: Wolmirstedt ist auf einem guten Weg, sich neu zu vermarkten.

Das Ziel trotz klammer Stadtkasse ist der Aufbau eines regionaltypischen Tourismus. Den Anstoß dafür hat Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander in Absprache mit den Fraktionsvorsitzenden bereits im März gegeben. Das Land hatte kurzfristig Fördermittel aus dem Programm "Regionalentwicklung" bereit- gestellt. Die Stadt hat weitsichtig reagiert, den Antrag, der bis zum 31. März gestellt werden musste, umgehend eingereicht.

Inzwischen ist das Tourismus-Projekt formuliert, allein die Finanzen stellen noch ein Problem dar. Zumindest sieht es der Finanzausschuss so. Das Problem, das der Vorsitzende Martin Stichnoth (CDU) sieht, sind die Eigenleistungen: Die Gesamtkosten für diese Maßnahme belaufen sich auf 55000 Euro, 44000 Euro sind als Fördermittel beantragt. Die Eigenleistungen der Stadt sollen durch die Bereitstellung von 5000 Euro im Haushalt, aber auch durch 1000 Stunden an Eigenleistungen durch den Verein "Soziokulturelles Zentrum Schranke" gewährleistet werden. Was aber die Stunden beinhalten, welche Projekte dabei abgearbeitet werden, darauf will Martin Stichnoth noch vor dem Stadtrat am kommenden Donnerstag eine Antwort.

Nicht nur Fragen stellten sich am Dienstag, es gab auch Zweifel, ob das Werk gelingen wird, wie es Albrecht Greiser (SPD) formulierte. Letztlich aber wurde der Beschlussvorlage mit fünf Ja-Stimmen, aber auch zwei Nein-Stimmen, zugestimmt und an den Hauptausschuss weitergereicht.

Kein Diskussionsbedarf aber gab es an diesem Abend, was das Projekt selbst betraf. Es liegt den Stadträten vor und stieß durchweg auf eine gute Resonanz. Auf vier Seiten, und einem ausgeklügelten Finanzplan, wird dort akribisch dargestellt, wie Wolmirstedt künftig noch attraktiver für Touristen werden soll. Der Fundus der Stadt ist groß, und sie besitzt zudem eine Reihe von kulturhistorisch interessanten Bauwerken, zudem eine gute Verkehrsanbindung und ein grünes Umland.

Der Stein des Anstoßes: Die aufwändig restaurierten historischen Bauwerke, die geschaffenen, gepflegten natürlichen Sehenswürdigkeiten sind zwar in großer Zahl da, finden aber nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Ein Beispiel: Das einmalige Kleinod, die Schlossdomäne, schreit regelrecht nach mehr Vermarktung.

Die Weichen sollen spätes- tens am 26. Mai zur Stadtratssitzung gestellt werden. Denn nicht nur der Bürgermeister ist sich sicher: Eine offensive und auch aggressive Marketingstrategie in und außerhalb der Region würde der Stadt Wolmirstedt insgesamt eine größere Gewichtung geben, mehr Touristen nach Wolmirstedt bringen und damit die wirtschaftliche und kulturelle Situation der Stadt ein gutes Stück verbessern.