Im April wurde nach Zimmerleuteart der Hammer geschwungen. Mitglieder des Feuerwehrvereins errichteten für die Freisitzterrasse am Gerätehaus in der Thälmannstraße eine Überdachung. Am Sonnabend, zum Tag der offenen Spritzenhaustür, erlebte die neue Terrasse ihre Premiere.

Barleben. Das Telefon klingelt, auf dem Herd die Bratpfanne. Die Frau des Hauses zeigt Ausdauer an der Strippe. Das Fett im Tiegel wird im heißer und entflammt sich. Jeder Löschversuch mit Wasser würde jetzt unweigerlich zu einer Fettexplosion führen...

Die Blauröcke der Ortsfeuerwehr Barleben demonstrierten diese Alltagsgefahr an ihrem Gerätehaus in der Thälmannstraße am Sonnabend sehr anschaulich. Auch wie schnell ein trockener Tannenbaum in Flammen steht, zeigten sie, oder mit welch heftigem Knall eine achtlos im Auto liegen gelassene und überhitzte Spraydose detoniert.

Auf ihrem weitläufigen, an das Hirtentor grenzenden Gelände, boten sie sechs Stunden lang "Feuerwehr pur". Die Vorführungen wurden durch Geschicklichkeitsspiele mit Feuerwehrtechnik und ein Quiz ergänzt. Von einer 18 Meter hohen Arbeitsbühne bot sich ein imposanter Blick auf das Treiben rund um das Spritzenhaus. Das steht inzwischen 14 Jahre. Es war 1997 in nur hundert Tagen nach einem Vorbild aus Hörsingen im Kreisgebiet aus dem Boden gestampft worden. Horst Blume, erstes Ehrenmitglied der Wehr, damals amtierender Bürgermeister der noch eigenständigen Gemeinde Barleben, und Katrin Eckert, einstige Bauamtsleiterin, hatten den Spritzenhaus-Neubau nach Kräften vorangetrieben. Zwischenzeitlich muss an Erweiterung gedacht werden. Eine Auflage der Feuerwehrunfallkasse verlangt das. In den diesjährigen Haushalt der Kommune sind nach Aussage von Oberbrandmeister Patrick Säuberlich Mittel für den Anbau eines Umkleide- und Sanitärtraktes eingestellt. "Wir ziehen uns immer noch zwischen den Fahrzeugen um. Das ist unzulässig. Die Gemeinde als unser Dienstherr muss hier mit der Erweiterung in Richtung Norden Abhilfe schaffen."

Die Ortsfeuerwehr Barleben zählt 62 Mitglieder, zu Bränden, Hilfe- und Versorgungsleistungen bei größeren Schadenslagen fahren 38 Männer und Frauen. Sie verkörpern die aktive Einsatzabteilung. "Mit einem Altersdurchschnitt von 32 Jahren ist die Wehr eine relativ junge Truppe", unterstreicht Daniel Säuberlich. Er ist im Mai vergangenen Jahres zum Ortswehrleiter gewählt worden. Ihn vertritt Mirko Gericke.

Die Neuwahl der Ortswehrleitung machte sich erforderlich, nachdem der bisherige Amtsinhaber Patrick Säuberlich zum Gemeindewehrleiter berufen worden war, somit seine alte Funktion nicht mehr ausüben konnte.

Im letzten Jahr musste die Einsatzabteilung 62 Mal ausrücken. So zum Beispiel zum schweren Wohnhausbrand in der Bahnhofstraße oder zum Brand der ehemaligen Raststätte "Darrkrug".

Der Tag der offenen Tür am Sonnabend kam quasi einer Generalprobe gleich. Auch im nächsten Jahr haben sich die Ortswehr und ihr Förderverein viel vorgenommen. Der Zufall will es: Die urkundliche Ersterwähnung Barlebens vor 950 Jahren fällt mit dem 120-jährigen Bestehen der Ortswehr zusammen.

   

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