Zehn Mitglieder der AG "Lernwerkstatt" der Gutenberg-Ganztagsschule brachen gestern Vormittag nach Frankreich auf, wo sie auf den Spuren von Leonardo da Vinci wandeln wollen.

Wolmirstedt. Einmal mehr sind Schüler der Ganztagsschule " Johannes Gutenberg" auf Reisen. Gestern Vormittag brachen zehn Schüler der 9. Klasse mit dem Bus in Richtung Frankreich auf. Wie Fabian Müller, 15, der sich wie seine Klassenkameraden sehr intensiv auf diese Reise vorbereitet hat, kurz vor der Abfahrt berichte, wollen sie im französischen Amboise auf "Spurensuche" des Jahrhunderts-Genies Leonardo da Vinci gehen, "um eine seiner zahlreichen Erfindungen mit nach Wolmirstedt zu bringen".

"Einen Bauplan einer seiner genialen Erfindungen wollen wir vor Ort erstellen", ergänzte Sebastian Bethge (15), "und dann später als Holzmodell in Wolmirstedt nachbauen". "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, was letztlich gebaut wird", versicherte Lehrerin Ute Moritz, die die Schüler der Arbeitsgruppe ins 1137 Kilometer entfernte Amboise begleiten wird, "obwohl es bereits erste Vorstellungen gibt".

Initiiert wurde die Exkursion innerhalb der Arbeitsgruppe "Lernwerkstatt". Wie Fabian Müller berichtete, war Leonardo da Vinci gerade jetzt in der 9. Klasse ein Thema, das alle Unterrichtsfächer tangierte. "Sein Genius bewegte uns in der Mathematik, in der Physik, im Deutschunterricht genauso wie im Kunstunterricht oder Französisch. Da lag es gewissermaßen auf der Hand, dass wir den außergewöhnlichen Menschen stärker beleuchten wollten. Und in der Auseinandersetzung mit dem Künstler der Renaissance, wurde irgendwann in der AG der Gedanke geäußert, auf seinen Spuren zu wandeln."

Gesagt, geforscht. Schnell brachten die Schüler in Erfahrung, dass der letzte Wohnsitz von Leonardo da Vinci, das Schloss Clos Lucé in Amboise im Herzen des Loiretals war. Und das Schloss und der Park widmen sich noch immer der Wiedergabe und dem Fortbestand der Welten von Leonardo da Vinci.

"Und im sogenannten da-Vinci-Park stehen sieben überdimensionale Erfindungen des Künstlers als Modelle", erklärte Sebastian Bethke, "die wollen wir erforschen. Das heißt, Seminare besuchen, aber auch die einzelnen Ausstellungsstücke vor Ort vermessen, um zumindestens eins von ihnen in Wolmirstedt nachzubauen". Ute Moritz ist sich sicher, dass die Jungen die Aufgabe packen werden: "Allein die Tatsache, dass sie gerade in den vergangenen Wochen verstärkt Französisch gepaukt haben, zeigt mir, mit welcher Ernsthaftigkeit sie an diese Aufgabe gehen. Zudem wurde in Elbeu bereits ein Tischler kontaktiert, der später beim Bau hilft." Und wie die Lehrerin kurz vor der Abfahrt verriet, gibt es auch bereits einen Favoriten für das Modell: "Der Hubschrauber, so wie ihn da Vinci um das 15. Jahrhundert konstruierte.