Die Kriminalität im Landkreis Börde ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2008 leicht angestiegen. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik hervor, die die Polizei in Haldensleben jetzt präsentierte. Unangefochten Spitzenreiter in der Statistik 2009 sind Diebstähle. Sie machen fast 42 Prozent aller 11 009 registrierten Delikte aus. Im Gegensatz zur leicht gestiegenen Kriminalität konnte die Polizei auch ihre Aufklärungsquote steigern. Sie lag 2009 bei 53, 5 Prozent ( 52, 4 Prozent in 2008 )

Landkreis Börde. Die Diebstähle bleiben Schwerpunkt in der Kriminalitätsstatistik des Polizeireviers Börde. Angefangen vom Ladendiebstahl bis hin zu schwereren Fällen wie Einbrüchen machen die Eigentumsdelikte mehr als 40 Prozent aller Delikte aus. Fast 2000 Fälle des einfachen Diebstahls bearbeitete die Kripo im vergangenen Jahr. Mehr als 2600 Fälle von besonders schweren Diebstählen kamen hinzu. In diese Kategorie fallen auch die Haus- und Wohnungseinbrüche, von denen es im vergangenen Jahr eine Serie im Landkreis gegeben hatte. Selbst zur hellen Tageszeit waren Einbrecher in Häuser und Wohnungen eingebrochen, um zu stehlen, was ihnen in die Finger fiel.

Insbesondere Geld, Schmuck und hochwertige Heimelektronik hatten sie dabei im Blick. Die Polizei reagierte darauf, gründete gemeinsam mit den Kollegen im Jerichower Land, die ebenfalls von der Einbruchsserie betroffen waren, eine Ermittlungsgruppe. Der Erfolg stellte sich zum Jahresende ein, drei Täter konnten geschnappt werden. Dennoch gibt es auch jetzt immer wieder Einbrüche.

" Die Täter spionieren die Objekte genau aus, merken sich alltägliche Dinge und schlagen dann zu ", beschreibt Revierleiter Armin Friedrichs. Hier seien die Vorsicht der Hausbesitzer und aufmerksame Nachbarn gefragt. Einbrechern und Dieben sollten zudem keine Anreize geschaffen werden. " Die Zeiten, wo der Haustürschlüssel unter der Fußmatte liegt, oder das Bargeld seit Jahren immer an der gleichen Stelle verwahrt wird, sollten vorbei sein – auch, dass Brieftasche und Autoschlüssel im Flur abgelegt werden, wo Einbrecher schnelles und leichtes Spiel haben. Das nutzen die Täter aus ", so Friedrichs.

Mehr Vorsicht sei auch bei einem anderen Deliktfeld vonnöten : dem Einbruch in Autos. Statistisch gesehen wurde im vergangenen Jahr an jedem Tag mindestens in ein Auto eingebrochen. 369 Fälle wurden aktenkundig. Hinzu kommen noch 134 Fälle, wo das ganze Auto gestohlen wurde und 455 Fälle, in denen etwas vom Auto ( Antenne, Spiegel, Räder ) gestohlen wurde. Des Deutschen liebstes Kind ist also immer wieder Ziel von Kriminellen. Auch hier sollten den Tätern keine zusätzlichen Anreize geschaffen werden, indem frei sichtbare Wertsachen im Auto liegen, oder mobile Navigationsgeräte im Auto gelassen werden, raten Revierleiter Friedrichs und Kripo-Chef Eckhard Gluschke.

Die aktuelle Kripostatistik erlaubt auch einen Blick in das Täterprofil. Zweidrittel der im vergangenen Jahr 4664 ermittelten Täter waren Erwachsene, mit rund 76 Prozent führen dabei die Männer. Das Gros der Tatverdächtigen war zudem Einzeltäter, doch es gab auch fast 1 900 Tatverdächtige, die bereits schon einmal als Tatverdächtige in Erscheinung getreten waren.

Dass der Bereich der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden in der Tatverdächtigen-Statistik verhältnismäßig gering vertreten ist, führt Armin Friedrichs auch auf die gute Betreuung von Ersttätern dieser Altersgruppe zurück. Hier gebe es ein breites Betreuungsangebot. " Damit haben wir die eine oder andere kriminelle Karriere im Keim ersticken können ", so der Revierleiter. Doch es gibt auch andere junge Tatverdächtige. So brachte es ein Täter unter 14 Jahren immerhin auf 20 Straftaten im vergangenen Jahr. Er hatte Graffitis gesprüht. In der Kategorie " Intensivtäter ( ab 9 Handlungen pro Jahr )" finden sich zudem immerhin 40 Jugendliche bis 21 Jahre, die für immerhin 801 Straftaten " zuständig " waren.

Insgesamt gesehen konnte die Kripo im vergangenen Jahr ihre Aufklärungsquote erhöhen. 53, 5 Prozent der registrierten Straftaten konnten aufgeklärt werden. Im Jahr 2008 waren es noch 52, 4 Prozent. Bei den einzelnen Deliktbereichen schwankt die Aufklärungsquote, weil der Täter aus unterschiedlichen Gründen sehr schwer habhaft zu werden sei. So etwa im Bereich der Fahrraddiebstähle. Viele der 469 gestohlenen Fahrräder im vergangenen Jahr waren entweder nicht codiert oder hatten keinen Fahrradpass. Einige Gründe, warum hier die Aufklärungsquote bei 13, 1 Prozent liege. Auch beim besonders schweren Diebstahl liegt die Aufklärungsquote im Vergleich zu anderen Straftaten niedriger, bei 15, 1 Prozent. Gerade " durchreisende " Kriminelle, die Autobahnen 2 und 14 erleichtert den Tätern die " Arbeit ", seien nur schwer zu fassen, so Armin Friedrichs.

Bei anderen schweren Delikten liegt die Aufklärungsquote ungleich höher. So etwa bei Mord, Totschlag oder fahrlässiger Tötung : die registrierten sieben Fälle konnten zu 100 Prozent aufgeklärt werden.