Wolmirstedt. Die Schlossdomäne ist der historisch und baugeschichtlich wertvollste Bereich der Stadt Wolmirstedt. Das hat sich auch über die Grenzen der Ohrestadt hinaus herumgesprochen. Um diesen Platz und die Stadt weiter touristisch zu erschließen, wurde seit 2007 darüber nachgedacht, im Museum einen Schlossladen mit Informationszentrum zu errichten. Für das Projekt entstehen laut Planung Kosten in der Höhe von 168 000 Euro. Anteile vom Landkreis, der Stadt und Fördermittel sollen die Finanzierung sichern.

Im Kreisausschuss wurden vergangene Woche 24 700 Euro an Fördermitteln bewilligt. Das Geld stammt aus dem Topf zur Unterstützung von Leader-Projekten. " Für uns war wichtig, dass der Landkreis – der auch Träger des Museums ist – zu seiner Finanzierungsaussage aus dem Haushalt steht ", so Dr. Hans-Jürgen Zander. Die Stadt beteiligt sich mit 30 000 Euro am Projekt. Dieses Geld stand laut Aussage des Bürgermeisters schon im Haushalt und wird, trotz der extrem schwierigen finanziellen Lage, auch in den aktuellen Plan übertragen.

Damit sind zwar wichtige Teilaspekte der Finanzierung gesichert, aber die Realisierung des Vorhabens hängt noch davon ab, wann die Stadtumbaumittel zur Verfügung stehen. " Das hängt von einer Bund-Länder-Finanzierung ab und kann sich noch bis zum Sommer hinziehen ", weiß Zander. Da die Länder den Plan des Bundes kofinanzieren, müssen alle 16 Bundesländer diesen auch gegenzeichnen. Ein Verwaltungsakt, der erfahrungsgemäß dauern könne.

Die Planungen zum Um- und Ausbau des Museums stehen allerdings schon länger fest. Der Schlossladen ist im Erdgeschoss des Museums vorgesehen. Er soll Anlaufstelle für Besucher aus der Region, Touristen und Pilger sein und ihnen Informationen zu touristischen und kulturellen Angeboten geben. Broschüren, regionalgeschichtliche Literatur sowie Souvenirs runden das Angebot ab. Die Pläne sehen vor, den Schlossladen im gegenwärtig vorhandenen Büro, unmittelbar am Eingang des Gebäudes, einzurichten. Die Toröffnungen zu beiden Seiten des Haupteinganges wurden vor einigen Jahren durch Mauerwerk geschlossen, sollen aber im Zuge der Umbaumaßnahme wieder geöffnet werden und den Blick in das Gebäude freigeben. Sie erhalten eine Verglasung, deren Aufteilung sich an die Gestaltung der Tore anlehnt.

Der Hauptzugang zum Gebäude erfolgt über die mittlere Toröffnung. Der Schlossladen wird von außen separat, über eine Türöffnung auf der Ostseite, zugänglich gemacht. Dazu wird eine vorhandene Fensteröffnung vergrößert.

" Zu Fragen der inhaltlichen Ausgestaltung soll es Ende Februar, Anfang März, nochmal ein Treffen geben ", berichtet Zander. Vor allem, weil auch der Tourismusverband Colbitz-Letzlinger Heide einen Beschluss gefasst hatte, sich im neu entstehenden Informationszentrum mit niederzulassen. Die Gespräche dazu sollen jetzt wieder aufgenommen werden.