Es gab noch Sekt zum Anstoßen – für die 140 geladenen Gäste beim Neujahrsempfang der Stadt im Katharinensaal. Künftig wird es vielleicht nur noch Wasser geben, ist doch die Haushaltslage mehr als prekär, steht die Stadt laut Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander im 20. Jahr der kommunalen Selbstverwaltung vor einer großen Herausforderung.

Wolmirstedt. Kein Neujahrsempfang ohne Blick auf die vergangenen 365 Tage. Besonders, wenn man wie die Bewohner von Wolmirstedt ein erinnerungswürdiges Jubiläum gefeiert hat. Die 1000-Jahr-Feier im Juni fand nicht nur in der Rede von Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander ihren Platz, sondern auch in den zahlreichen Gesprächen an den Tischen.

Daran hatten am Sonnabend 140 geladene Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport Platz genommen. Und es sind eben auch diese " guten Partner ", wie Zander sie nannte, die geholfen haben, die Entwicklung der Stadt stetig voranzutreiben. Doch der Ausnahmezustand der letzten drei Jahre, in denen man vor allem auf das große Jubiläum hingearbeitet hat, ist nun vorbei. Der Alltag hat alle wieder eingeholt und bringt – besonders, was die Finanzen betrifft – bittere Wahrheiten mit sich. " Ich will nicht von den biblischen fetten und mageren Jahren sprechen, denn die dauern jeweils sieben Jahre an. Aber 2010 wird für uns alle eine echte Herausforderung ", so das Stadtoberhaupt in Richtung der Zuhörer.

" Finanz- und Wirtschaftskrise und die dafür Verantwortlichen haben das Ihre getan, dass Gewerbesteuern und andere kommunale Einnahmequellen am Versiegen sind. Und während für Banken, Autokonzerne und andere notleidende Boni-Empfänger Schirme aufgespannt werden, wird im Land Sachsen-Anhalt – wie nicht nur ich meine – sehr unzeitgeäß ein Finanzausgleichsgesetz beschlossen, das unsere Selbstverwaltung auf die Festlegung der Hundesteuer beschränkt ", machte sich Zander Luft. Ein herber Schlag für die Kommunen seien auch die Kürzungen der allgemeinen Finanzzuweisungen und der Investitionszulagen, was dazu führt, dass einmal gebildete Rücklagen jetzt aufgebraucht werden müssen, um die Eigenmittel für geförderte Projekte bereitstellen zu können.

Dennoch wolle man sich auch im kommenden Jahr nicht daran hindern lassen, zu investieren. Dass Jubiläum – 20 Jahre kommunale Selbstverwaltung – führe zu einer zunehmenden Wiedergewinnung der eigenen Stadt, sowohl Städtebaulich als auch inhaltlich. " Und das bedeutet für uns, heute und in Zukunft, bauliche Missstände zu beseitigen, Lücken zu schließen, das Stadtbild weiter zu entwickeln. Hier gibt es eine Menge zu tun ", so der Bürgermeister optimistisch.

Und bald geht es los, wird das nächste große Bauprojekt angefangen. Am 29. März soll in der Meseberger Straße der Spatenstich für den Bau der Zweifelderturnhalle erfolgen. Dass es mit den Investitionen in der Stadt weitergeht, zeigte sich auch auf der Gästeliste, wo die Namen von einigen Planern zu finden waren, die nicht nur in diesem Jahr Bauvorhaben in der Stadt und den Ortsteilen realisieren.

Trotz leerer Kassen wird wohl auch beim Neujahrsempfang 2011 die Bilanz des Vorjahres überwiegend positiv ausfallen können.

• Unter den 140 Gäste unter anderem entdeckt :

Landrat Thomas Webel, die Bundestagsabgeordneten Waltraud Wolff, Jens Ackermann und Manfred Behrens ; die Landtagsabgeordneten Guido Henke und Holger Stahlknecht ; Erich Harms ( Ortsbürgermeister aus der Partnerstadt Wunstorf ), Superintendent Uwe Jauch und Pfarrerin Ulrike Reichardt ; Erika Tholotowski ( Bürgermeisterin Niedere Börde ), Helga Steinig ( Ortsbürgermeisterin Mose ), Klaus Böhnke ( Ortsbürgermeister Farsleben ), Gisela Gerling-Koehler ( Ortsbürgermeisterin Glindenberg ); aus den Stadtund Ortschaftsräten : Vorsitzender Gerald Zimmermann, Uwe Claus, Martin Stichnoth, Dirk Hummelt, Hans-Jürgen Kirschner, Heinz Maspfuhl, Christina Laqua, Detlef Horstmann, Hans-Dieter Scherler, Sebastian Filipp, Peter Franz, Mirko Ohrstedt, Alfons Hesse, Gerhild Schmidt, Detlef Burrath, Heinz Kühne, Mandy Kiel, Werner Teige, Ulrich Borgsdorf, Klaus Mewes, Reiner Osinsky ; Hans-Joachim Kind ( Werkleiter ) und Klaus Krüger ( Betriebsratsvorsitzender Kaliwerk Zielitz ); Wolfgang Müller ( Vorsitzender Unternehmerverband ), Armin Friedrichs ( Leiter Polizeirevier Börde ), Aribert Schierenberg ( Leiter Revierkommissariat Wolmirstedt ), WWAZ-Geschäftsführer Frank Wichmann ; die AWG-Vorstände Siegfried Bärhold und Martin Grabe ; WWG-Geschäftsführer Gerhard Thiede ; Erich Thiede und Dieter Frinken ( Vorsitzende

der Landes- und Kreisverkehrswacht ); Kurt Hegner ( Honda-Autohaus Haldensleben ) und Uwe Groebel ( Opel Rusche ); Hans-Joachim Wolf ( Vorsitzender Schützenverein Wolmirstedt ); Christian Geyer ( Vorstand der Stiftung Bodelschwingh-Haus ), Werner Stadermann ( Vorsitzender Kanuverein Wolmirstedt ), Dr. Bernd Kregel ( Städte- und Gemeindebund ), Dr. Thomas Heine-Luprich ( Don Bosco Haus ), Christina Herwig ( Leiterin Fachschule ), Dagmar Lupu ( Leiterin Schöne-Schule ), Helmut Thiel ( Leiter Gutenberg-Schule ); Stadtwehrleiter Dirk Bischoff, Sven Pazina, Thomas Nagel ( Ortswehrleiter Mose ), Dietmar Fritze ; Erhard Jahn ( Vorsitzender Heimatverein ), Museumsleiterin Anette Pilz ; Bibliotheksleiterin Bastienne Schröter, Christine Maluck ( Bürgerhaus ), Werner Schierhorn ; Wilfried Lübeck ; die Ehrenpreisträger Otto Zeitke und Dr. Ernst Riemann, Rebecca Schulz und Sven Fricke ( OK-Live )…