Haldensleben. Mit dem lauten Böllern von sechs Kanonen auf der Masche wurde am Sonnabend der 17. Kreisschützentag in Haldensleben eröffnet. Gastgeber war zum wiederholten Male die Schützengilde Haldensleben. Insgesamt nahmen 70 Schützen aus 24 Vereinen des Kreisschützenverbandes Ohrekreis an der traditionellen Veranstaltung teil. Zudem konnte Kreisschützenmeister Kurt Flohr auch mehrere Gäste begrüßen, darunter Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler, Wolmirstedts stellvertretende Bürgermeisterin Marlies Cassuhn, den Präsidenten des Landesschützenbundes Eduard Korzenek und den 1. Vorsitzenden des Kreissportschützenverbandes Börde Günter Sonnenburg.

Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler lobte, dass die Schützen sowohl einen Sport als auch Traditionspflege betreiben. " Die Fahnen zeigen die Wurzeln der Schützenvereine, die zum anderen auch einen guten sozialen Rahmen bilden ", erklärte er. Eduard Korzenek legte sein Augenmerk auf die ehrenamtliche Arbeit, die schwieriger wird, und lenkte die Blickrichtung auch auf den Landesschützentag, der in vier Wochen in Magdeburg stattfinden wird. Hier wird dann auch zum ersten Mal die Landesböllerbatterie zu erleben sein und auch ein neues Präsidium zu wählen sein.

Die Zusammenarbeit in den Reihen des Kreisschützenverbandes Ohrekreis zu loben, das lag Kreisschützenmeister Kurt Flohr am Herzen. Auch einen Dank für die Unterstützung der Schützenvereine gab er an die Bürgermeister weiter. Er lobte die Erfolge auf der sportlichen Ebene und in der Brauchtumspflege, verwies aber auch auf die Mitgliederentwicklung. " Wir können uns zwar hinter der demografischen Entwicklung verstecken, sollten uns aber immer bemühen, vor allem jüngere Mitglieder heranzuziehen. Leider sind die 40-Jährigen für uns heute schon jüngere Mitglieder ", erklärte Kurt Flohr. Leider gäbe es verschiedene Berührungsängste, die einige davon abhalten, bei Schützenvereinen Mitglied zu werden.

Wichtig sei es, dass das Brauchtum weiter gepflegt wird. Auch wenn es finanzielle Engpässe gäbe, so sollten doch die Schützenfeste und das Königsschießen weiter durchgeführt werden. Die Schützen sollten sich bemühen, auch in der Kleidung ein einheitliches Auftreten zu gewährleisten. " Wir haben eine mehrere hundert Jahre alte Tradition mit Höhen und Tiefen in Deutschlands Geschichte, das sollte für uns Ehre und Verpflichtung zugleich sein, das Brauchtum zu pflegen ", erklärte er weiter.

Die Fusion mit dem Kreissportschützenverband Börde bezeichnete er als langfristiges Ziel, bei dem der Schießsport eine Vorreiterrolle hat. So sollte es gemeinsame Wettkämpfe geben, um einen echten Kreismeister zu finden. Erst danach könnten identische Satzungen von beiden Verbänden getrennt beschlossen werden und einer dem anderen Verband anschließend beitreten.

Als erfolgreiches Sportjahr im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich bezeichnete Kreissportleiter Hartmut Rother das zurückliegende Jahr. Auf Kreisebene wurden verschiedene Wettkämpfe durchgeführt, einige Schießsportler nahmen auch an Landes- und Deutschen Meisterschaften teil.

Ihre Treffsicherheit konnten auch die Teilnehmer des Kreisschützentages beweisen. Am Ende der Veranstaltung wurde das Kreiskönigshaus für 2010 proklamiert. Kreisschützenkönigin wurde Heike Müller vom Schützenverein Eichenbarleben, Kreisschützenkönig Ralf Stute vom Schützenverein Angern und Kreisjugendkönigin Sandra Bickner vom Schützenverein Eichenbarleben. Mit dem Wanderpokal für hervorragende Jugendarbeit wurde außerdem der Schützenverein Rätzlingen ausgezeichnet.