Die Colbitzer Töpferfrauen hatten am Sonnabend allen Grund zum Feiern. Sie weihten ihren Töpferraum ein, der mit großer Unterstützung der Gemeinde und zahlreicher Helfer in der ehemaligen Schule am Kirchplatz ausgebaut worden war.

Colbitz. " Das ist für die Gemeinde und auch für mich persönlich ein schöner Tag ", sagte Bürgermeister Heinz Kühnel zur Einweihung des schmucken Raumes, " ich freue mich darüber, dass es mit relativ wenig Geld, aber viel Fleiß und Initiativen der Frauen der Töpfergruppe und ihrer Helfer gelungen ist, dieses Kleinod zu gestalten. "

Erste Töpferarbeiten

in einer Waschküche

Die vor sechs Jahren gegründete Töpfergruppe hatte bislang kein eigenes Domizil. " Unsere ersten Töpferartikel haben wir in einer Waschküche, unter einem Carport oder in Kellerräumen hergestellt ", erinnerte Christa Wellnitz, die die Gruppe leitet, an die Anfänge. " Mit einem ganz kleinen Batzen Ton begannen wir. Der reichte gerade dafür, dass jede Frau einen kleinen Engel formen konnte ", berichtete die kunstbegeisterte Lehrerin von der ersten Zusammenkunft. Später teilte sich die Gruppe Räumlichkeiten mit anderen Interessengruppen. " Das war beschwerlich. Nicht nur, weil wir jedes Mal alles wegräumen mussten, und das Arbeiten mit Ton Schmutz und Staub verursacht. Oftmals gingen unsere kleinen Kunstwerke dabei zu Bruch, bevor sie getrocknet waren und gebrannt werden konnten ", bedauerte Christa Wellnitz.

Im Wolmirstedter BFZ, auf Webers Hof in Farsleben oder in der Colbitzer Grundschule wurden die Arbeiten der Colbitzer Töpfergruppe gebrannt. " Für diese Unterstützung möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bedanken ", sprach Christa Wellnitz für alle Colbitzer Töpferfrauen. Inzwischen hat die Gemeinde die Gruppe auch bei der Beschaffung eines eigenen Brennofens unterstützt. Damit sind bereits wunderschöne kleine Kunstwerke gebrannt worden.

Unterstützt hat die Gemeinde auch beim Ausbau des Raumes, der lange leer stand. " Besonders Gemeindearbeiter Gerald Ebert und seine Mannschaft haben hier viel geleistet ", bedankte sich Christa Wellnitz, die noch eine ganze Reihe fleißiger Helfer in ihre Dankesworte einbezog. Dazu zählen Josef Stebel, der für das Mobiliar gesorgt hatte sowie Heinz Schüler, Klaus-Dieter Ebert, Hans-Joachim Kleber, Rolf Kallmeyer oder Harry Kresin.

Frauen planen einen

Tag der offenen Tür

Einige der Helfer waren am Sonnabend zur Einweihungsfeier gekommen und bewunderten die geschmackvolle Ausgestaltung des Raumes. Den können die Colbitzer in naher Zukunft ebenfalls bestaunen. " Wir planen nämlich einen Tag der offenen Tür ", sprach Christa Wellnitz schon über weitere Vorhaben. Dazu gehört auch eine gemeinsame Fahrt in das Künstlerdorf Worpswede. Dort werden sich die Colbitzer Frauen sicherlich neue Anregungen für ihre künstlerische Tätigkeit holen.

• Vor sechs Jahren gründeten neun Colbitzer Frauen eine Töpfergruppe. Die Gruppe ist eine Sparte des Colbitzer Kulturvereines.

• Heute gehören der Töpfergruppe 18 Frauen an.

Damit ist die Aufnahmekapazität erschöpft. Deshalb bieten die Töpferinnen Workshops für Interessenten an.

• Regelmäßig zum Colbitzer Kulturherbst veranstaltet die Töpfergruppe Ausstellungen.

Beliebt ist auch das Galeriecafé, das die Gruppe zum Heidefest und zum Weihnachtsmarkt eröffnete.