Von Claudia Labude

Die Liste, was man als Hausbesitzer alles nicht in seiner unmittelbaren Nähe haben möchte, ist lang : Keine fiesen Nachbarn, keine Autobahn, keine Funkmasten, keinen verbauten Ausblick und natürlich auch keine Deponie in Sicht- oder Riechweite. Das kann selbst ich als Mieter verstehen. Ich verstehe aber auch einen Unternehmer, der in wirtschaftlich schwierigen Zeiten intensiv schaut, wo sich noch ein Euro machen lässt und deshalb eine Deponie plant. Nur : Wo Verständnis für beide Seiten da ist, kommt man nicht weiter. Da, wo die Fronten verhärtet sind, allerdings auch nicht. Deshalb ist die geplante Bürgerversammlung ein Schritt in die richtige Richtung. Und dort muss sich jede Seite im übertragenen Sinne nackig machen. Wo liegen die Ängste der Anwohner ? Und was genau soll in der Deponie versenkt werden ? Dass die Betroffenen den Plänen nicht trauen, im wahrsten Sinne schon Übles riechen, das ist nachvollziehbar. Umso wichtiger, dass Fachleute dazugerufen werden und unabhängig ihre Meinung sagen. Denn genau diese Gremien sind es, die am Ende entscheiden müssen, die noch als Hürden auf dem langen Weg liegen, den der Antrag vor sich hat. Dazu zählt die Meinung der Träger öffentlicher Belange, die Umweltprüfung und die Entscheidung des Stadt-Umland-Verbandes. Denn versagt dieser seine Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungplanes, ist das Vorhaben nicht realisierbar. Es ist also für beide Seiten noch nicht aller Sorgen Ende.