Wolmirstedt ( cl ). Das in der Volksstimme abgebildete " Neubauerndenkmal " und dessen Standort sorgten in der Stadt und darüber hinaus für Gesprächsstoff. Etliche Anrufer meldeten sich bei Museumsleiterin Anette Pilz.

WWG-Geschäftsführer Gerhard Thiede hatte zum Neujahrsempfang aus seinem privaten Archiv sogar die erwähnte Postkarte mitgebracht. Zusammen mit Landrat Thomas Webel stürmte er auf die Volksstimme-Redakteurin zu und lüftete das Geheimnis. Das Denkmal, das durch geschickte Fototechnik wie ein Monument wirkt, war in Wirklichkeit gerade mal gut 50 Zentimeter hoch und stand bis 1977 in der Friedrich-Ebert-Straße auf der Seite des Krankenhauses.

" Genauer gesagt vor dem Giebel der Hausnummer 17 a ", konnte Anette Pilz gestern ergänzen. Sie war den zahlreichen Hinweisen der Anrufer nachgegangen und hatte am Telefon Kontakt zu Inge Brunk aufgenommen, deren Mann es damals aufgestellt hat. " Die Mutter von Inge Brunk lebte mit dem Vater von Schauspieler Thomas Rühmann zusammen, der durch die Serie ‚ In aller Freundschaft ‘ bekannt ist ", konnte die Museumsleiterin nach dem Telefonat berichten. Und der hatte ihr das kleine Denkmal geschenkt, das später an Inge Brunk weitergegeben wurde.

Nach 1977 brachte es die Familie in einer Garage in der Samsweger Straße unter, aus der es irgendwann verschwand. Das bestätigte Inge Brunk gestern auch nochmal auf telefonische Nachfrage der Volksstimme. " Der Fotograf hat sich jedenfalls einen Spaß erlaubt und es für die Postkarte so aufgenommen, dass es wirkt, als sei es mehrere Meter lang ", berichtete Anette Pilz schmunzelnd. Auch die Bezeichnung als " Neubauerndenkmal " scheint wohl eher spaßig gemeint. " Wirkt das Pferd doch wie ein abgemagerter Klepper und der Bauer wie ein Fronknecht ", kommentierte Otto Zeitke die Abbildung.

Nachdem das Rätsel nun gelöst ist, scheint es unnötig, der Stadtgeschichte für das vermeintliche Monument ein Kapitel hinzuzufügen. " Aber wenn jemand danach fragt, kann ich jetzt genau Auskunft geben ", zeigte sich Anette Pilz dankbar denjenigen gegenüber, die sich bei ihr gemeldet hatten.