Wolmirstedt. Wie heißt es doch in einem leicht umgewandelten Kinderlied so fragend : " Wer will fleißige Väter sehen, der muss …" Der musste zum Beispiel am vergangenen Sonnabend in die Samsweger Straße gehen und wurde fündig. Angelika Kreutzberg, Leiterin der Kita " Pusteblume " und einzige Frau unter all diesen gestandenen Männern, verriet zudem, dass aber auch keiner von ihnen nur eine einzige Schwäche zeigte.

Dabei war an diesem durchwachsenen Vormittag richtig harte Arbeit angesagt, die ganze Kerle verlangte. " Der Einsatz in der Kindertagesstätte war langfristig geplant ", wie Angelika Kreutzberg betonte. " Wir haben in unserer Einrichtung einen wunderschönen Sandspielkasten, der von unseren Kindern tagein, tagaus regelrecht belagert wird. Das einzige Problem dabei, der Sand in diesem Spielparadies muss in regelmäßigen Abständen, das schreibt der Gesetzgeber zum Wohle unserer Kinder vor, immer wieder ausgetauscht werden. Nun muss ich keinem verraten, dass diese Aktion der Einrichtung eine Stange Geld kostet. Die Kosten konnten aber in Grenzen gehalten werden, da kaum Personalkosten angefallen sind. "

Das soll heißen, nicht weniger als 18 Väter haben kurzerhand der Kita-Leiterin in die Hand versprochen, sich für den 10. April nichts vorzunehmen, um mit zupacken zu können.

An diesem besagten Sonnabend waren es dann sogar 19 Mannsbilder. Der Grund : Ein Opa, Wolfgang Süßemilch, 55 Jahre, ließ es sich nehmen, ebenfalls zur Schippe zu greifen : " Mein Sohn Jerom ( 32 ) erzählte mir von diesem Subbotnik. Na, und für meinen Enkel Robin, der inzwischen eineinhalb Jahre alt ist, ist mir keine Mühe zu groß. Also bin ich mit hier. " So oder ähnlich dachten auch alle übrigen Helfer. Und deshalb war jeder, der seinen Kleinen eine Freude bereiten wollte, ohne dabei gleich ein begnadeter Handwerker zu sein, in der Samsweger Straße willkommen und genau goldrichtig.

Marko Friedrich, 39, der im Kaliwerk unter Tage arbeitet, kam sogar direkt aus der Nachtschicht auf den Kinderspielplatz der Kita " Pusteblume " in der Samsweger Straße. Aber augenscheinlich war es kein Problem für ihn, " und außerdem, wie soll ich vor meinem Sohn Ben darstehen, wenn er mich fragt, ob ich mitgeholfen habe ?"

Immerhin, so versicherte Angeliga Kreutzberg, mussten an diesem Vormittag nicht weniger als 120 (!) Tonnen Sand hin und her bewegt werden. Das heißt, um 8 Uhr wurde damit begonnen, den alten Sand in einen Container zu verfrachten, um Platz für den neuen zu schaffen.

Bei dem Arbeitseifer, den die Väter, unter ihnen auch Andreas Hauff, 37, an den Tag legten, kein wirkliches Problem. " Und zudem schweißt so ein Arbeitseinsatz auch die Väter ein gutes Stück zusammen ", verriet der Vater von Adrian, sechs Jahre. Der sich augenscheinlich pudelwohl fühlte in der Männerrunde. Sicherlich auch, weil Adrian selbst tatkräftig zupackte und so manche Schubkarre Sand bewegte.

Nach nicht einmal viereinhalb Stunden legte sich der Sandstaub, war die gewaltige Arbeit getan. Doch die 19 Männer liefen nicht einfach auseinander. Angelika Kreutzberg hatte nämlich weder Kosten noch Mühen gescheut und neben dem obligatorischen Bier auch für alle Kartoffelsalat gemacht. Beim gemeinsamen Mittagsmahl erfuhren dann die Väter, dass am 24. April das nächste Highlight ansteht, ihre Kinder das Pusteblumenfest feiern.