Der Colbitzer Gemeinderat fällte auf seiner Sitzung am Donnerstag Abend in Lindhorst keine Entscheidung über das gemeindliche Einvernehmen zu der geplanten Erweiterung des Sandabbaus Farsleben.

Colbitz. Den Gemeinderatsmitgliedern lag eine Beschlussvorlage vor, der geplanten Erweiterung des Sandabbaus Farsleben das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Die Farsleber Niederlassung der Papenburg AG hatte beim Umweltamt des Landkreises Börde einen Antrag eingereicht, den Sandabbau bei Farsleben um eine Fläche von 21, 78 Hektar zu erweitern. In der Gemarkung Colbitz wären davon 5, 61 Hektar betroffen.

Fachgremien sollen

Stellung nehmen

In der Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt äußerten einige Ratsmitglieder die Auffassung, dass sie zwar eine politische Entscheidung treffen, aber eine fachliche Bewertung des Antrages nicht vornehmen könnten. Aus der Presse hatten die Ratsmitglieder zudem erfahren, dass auf dem Abbaufeld später die Einrichtung einer Deponie geplant sei.

" Auf der beantragten Fläche soll Wald gerodet, der Oberboden abgetragen, Sand abgebaut und dann eine Deponie errichtet werden. Und genau dazu müssen wir unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen des Antragstellers und dem Erhalt der Natur, auch für die Generationen, die nach uns kommen, Stellung beziehen ", mahnte Ratsmitglied Eckhard Liebrecht an. " Ich hätte mir gewünscht, dass uns zeitgleich von beiden Genehmigungsbehörden des Umweltamtes - Naturschutzbehörde für den Sandabbau und Abfallbehörde für die Deponie - die Stellungnahme abverlangt worden wäre ", kritisierte Liebrecht.

Kritik wurde auch an der Verwaltung geübt, die keine fachliche Stellungnahme zum Antrag über die Erweiterung des Sandabbaus abgegeben hatte. Das soll jetzt nachgeholt werden.

Der Gemeinderat einigte sich darauf, den Tagesordnungspunkt zu vertagen und eine Sondersitzung des Gemeinderates einzuberufen. Bis dahin sollen die Fachgremien der Verwaltung eine Stellungnahme erarbeiten. Außerdem werde bis dahin der zweite Antrag der Firma Papenburg vorliegen, nämlich der Antrag zur Errichtung einer Deponie auf dem ausgebeuteten Abbaufeld.

Sondersitzung für

den 22. März geplant

Als voraussichtlicher Termin für die Sondersitzung gilt der 22. März. Zuvor will sich noch der Bauausschuss des Gemeinderates mit der Problematik beschäftigen.

Der Gemeinderat muss eine Entscheidung über das gemeindliche Einvernehmen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung bis zum 25. März abgeben. Ansonsten geht das Amt für Umweltschutz davon aus, dass " die Belange der Gemeinde Colbitz nicht berührt und gegen das Vorhaben keine Versagensgründe bestehen ".

Aufmerksame Beobachter der Colbitzer Ratssitzung waren sowohl Vertreter des Antragstellers, als auch Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich gebildet hat, um die geplante Deponie zu verhindern.