Rund 200 edle Katzen der unterschiedlichsten Rassen, durchweg ausgesprochene Katzenschönheiten, waren an diesem Wochenende zu einer großen Show in Barleben angemeldet. Der knallharte Winter aber ließ einige Katzenträume platzen. Dennoch war der weltweit agierende Verein Ticacats, der in den USA seinen Sitz hat und nach Barleben eingeladen hatte, mit dem Zuspruch der dritten Auflage in der Mittellandhalle sehr zufrieden.

Barleben. Ob nun Perser, Somali, Maine Coon, Siam, Norwegische Waldkatze, Mandarin, Ragdoll – alle posierten gekonnt am Sonnabend und Sonntag vor einem fachkundigen Publikum, wurden dabei kritisch von einer internationalen Jury beäugt.

Für Nadine Blank und Björn Dormeyer aus Mammendorf war der Auftritt in Barleben fast aufregender als für ihre Katze, eine Maine Coon.

" Bisher waren wir bei solchen Ausstellungen nur Zaungäste, jetzt aber stehen wir mit unserer Katze selbst im Wettstreit und das ist schon aufregend. "

Dennoch, die Hauptdarsteller sind und bleiben die Katzen – kurz- oder langhaarig, oder wie bei der Sphynx, einfach nur nackt. Sie haben große Augen, sind ausgesprochen rassig. Mehr noch, so versichert der Veranstalter, es handelt sich in diesem Fall, um die Schönsten aus 20 verschiedenen Rassen. Und die kleinen " Stubentiger " kommen nicht nur aus Deutschland. Corrie Kleinendurst zum Beispiel reiste mit ihren beiden Persenkatzen aus Rotterdam an. " Man muss schon ein bisschen verrückt und in Katzen vernarrt sein. Aber für meine Lieblinge ist mir kein Aufwand zu groß. Außerdem ist Barleben eine wunderschöne Gemeinde. Ich muss es wissen, denn es ist hier bereits mein dritter Auftritt. "

Dann aber verrät die Niederländerin auch, dass es bei diesen Ausstellungen um wichtige Punkte geht, " die letztlich meine Arbeit als Züchterin aufwerten ".

Diktiert es freundlich in den Block und wendet sich im nächsten Moment wieder ihren Vierbeinern zu, um ihnen noch einmal ausgiebig das Fell zu kämmen. Schließlich sollen ( nicht nur ) ihre Samtpfötchen bei der gestrengen Jury einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Anders als auf nationalen Ausstellungen werden die Rassekatzen hier von so genannten " Ringrichtern " bewertet. Und der Veranstalter hatte weder Kosten noch Mühen gescheut, hat international anerkannte Preisrichter einfliegen lassen. Sieben " Katzen-Experten " aus den USA, Belgien sowie den Niederlanden weilten in Barleben.

Das Fachpublikum zeigte sich beeindruckt " Ich denke, objektiver kann daher eine Bewertung nicht sein ", ist Renate Nieckel aus München des Lobes voll. " Darum komme ich auch gern mit meinen Tieren in die Mittellandhalle. Da lässt man sich auch nicht vom so schneereichen Winter abhalten, die Fahrt anzutreten. " Auch nicht Beatrix Schütz, die in Wien zu Hause ist. " Um nach Barleben zu kommen, musste ich den Umweg über Berlin nehmen, wo das Flugzeug gelandet ist. Mit einem Auto war es dann nur noch ein Katzensprung. "

Und egal mit wem man bei der Ausstellung sprach, für jeden Besitzer war und ist die eigene Katze immer die beste und schönste der Ausstellung. Das allerdings sahen die Preisrichter etwas objektiver und damit kritischer.