Trotz klammer Kassen – das Wolmirstedter Stadtfest findet statt. Für die Veranstaltung vom 18. bis 20. Juni hat der Stadtrat 15 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Ein Sonderbeschluss ermöglicht, dass dieses Geld trotz noch nicht beschlossenem Haushalt ausgegeben werden kann.

Wolmirstedt. Mehrheitlich hat der Stadtrat beschlossen, 15 000 Euro für das diesjährige Stadtfest bereitzustellen. " Auf dieser Basis kann man schon ein Stadtfest durchführen ", erklärte Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander gegenüber der Ratsrunde.

Noch vor Wochen sah es anders aus, hatte die Verwaltung in den Vorbemerkungen zum Haushaltsplan vorgeschlagen, auf das Stadtfest 2010 zu verzichten. Lediglich für eine Feier zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit waren 5000 Euro veranschlagt.

Doch im Hauptausschuss wollte man diesem Vorschlag nicht folgen, beauftragte die Verwaltung, eine Umschichtung der Finanzmittel zugunsten der Feier zu prüfen. Die 5000 Euro für die Feier zum Jubiläum der Einheit und 10 000 Euro aus Kürzungen der Geschäftsausgaben für Leistungen Dritter wurden zusammengenommen und für das Stadtfest als Haushaltsposition bereitgestellt. Die Verwaltung blieb aber bis zuletzt bei ihrem Standpunkt, dass " angesichts der Notwendigkeit, Haushaltskonsolidierungen beschließen zu müssen, die freiwillige Ausgabe für ein Stadtfest nicht angemessen erscheint ", wie es in der Erklärung der Beschlussvorlage heißt.

Als die Stadträte auf ihrer letzten Versammlung zusammenkamen, herrschte Übereinstimmung darin, dass man - gerade im Jahr nach der großen 1000-Jahr-Feier - an einem Stadtfest festhalten sollte. Und sei es nur in einer Minimal-Variante.

Marlies Cassuhn erklärte allerdings, dass mit dieser ausgewiesenen Summe keine großen Sprünge möglichen seien. " Zwar kalkulieren wir mit den Spendeneinnahmen wie im Vorjahr, aber dem gegenüber stehen beispielsweise 8500 Euro an Fixkosten für Reinigung, Müll, Licht, Garderoben, Absperrungen, Gema etcetera. "

Uwe Claus bat darum, neben der Finanzaufstellung auch Details aus dem inhaltlichen Grobkonzept zu erfahren.

Fest steht bisher, dass das Stadtfest zwischen dem 18. und 20. Juni stattfinden soll. Es beinhaltet am Freitag die Seniorenveranstaltung, bei der im Eintrittspreis auch Kaffee und Kuchen inbegriffen sind, sowie abends das vom Jugendclub organisierte " Rock auf der Burg ". Außerdem soll eine Wiederholung des großen Sportler- und Schützenballes im Programm Platz finden. Für Sonnabend, den 19. Juni, ist neben der Talenteschau auch das historische Hochzeitsspektakel geplant, das in Teilen schon zur 1000-Jahr-Feier zu sehen war und für das Stadtfest 2010 erweitert wird. Zum Sonnabendprogramm gehören auch ein Chorkonzert, die Terrassenbespielung und das Jahresfest des Bodelschwingh-Hauses, das um 11 Uhr mit einem Gottesdienst beginnt.

Den Auftakt am Sonntag macht wie gewohnt die Historische Ratssitzung. Natürlich wird auch das OK-Live-Ensemble wieder die Chance bekommen, Teile seines Programmes zu zeigen. Bernd Rothämel und Michael Wesemann führen ebenfalls am Sonntag, dem 20. Juni, die Ohre-Classic-Oldtimer-Rallye durch.

Wie Marlies Cassuhn erklärte, prüfe man derzeit das Angebot von " Carnica ", die mit dem Mittelaltermarkt schon während des Jubiläums in der Ohrestadt vertreten waren und beim Stadtfest Stände aufbauen wollen, wofür die Stadt lediglich die Betriebskosten zahlen müsste.

" Das ist ein sehr gutes Angebot in einer kritischen Finanzsituation ", schickte Uwe Claus ( CDU ) ein Lob in Richtung der Ordnungsamtschefin für die bisherige Planung. Er wies allerdings darauf hin, das Fest anlässlich des Jubiläums der Deutschen Einheit nicht direkt abzusagen. " Vielleicht finden wir ja dafür viele Sponsoren und können beides machen. "

Bürgermeister Dr. Zander erklärte, dass die 5000 Euro für das Straßenfest im Oktober nur als Haushaltsstelle weichen mussten. " Der Verwaltung ist bisher nicht Besseres eingefallen, woher wir das Geld für diesen Grundsatzbeschluss nehmen sollten ", so Zander. Damit waren die Stadträte einverstanden und beschlossen, die 15 000 Euro für das Stadtfest bereitzustellen. Über den Fortschritt der Planungen soll regelmäßig im Kultur- und Rechtsausschuss informiert werden.