Vor den Ostertagen fing es an, hat Konrad Riedel in seinem Garten fleißig gewerkelt. Doch nicht etwa, um nur sich selbst an diesem Anblick zu erfreuen. Nein, jedes Pflänzchen erhielt ein Namensschild, damit die Besucher, die ab sofort den Kräutergarten in der Friedensstraße wieder entdecken können, wissen, was da vor ihrer Nase so alles blüht.

Wolmirstedt. Die Vortragsreihe von Konrad Riedel, auch als " Gesundheits-Mittwoch " bekannt, geht nun schon ins dritte Jahr. 2008 hat der Oberpharmazierat angefangen, Interessierte einmal pro Monat in seinen Kräutergarten und das Apothekenmuseum in der Friedensstraße einzuladen. Diskutiert wurden die verschiedensten Themen, von Heilpflanzen über Allergien bis zur Notwendigkeit von Impfungen. Die meisten der Vorträge hielt Riedel selbst und auf sehr unterhaltsame Weise. Manchmal holte er sich Ärzte als Experten zu bestimmten Themen an die Seite.

Jetzt, vor Beginn der neuen Saison, zieht der Wolmirstedter Apotheker Bilanz. Zwölfmal fand der " Gesundheits-Mittwoch " im Jahr 2008 statt. Im vergangenen Jahr gab es – durch eine kurze Winterpause – neun solcher Termine. Die gleiche Anzahl ist auch für 2010 geplant. Den Auftakt macht Riedel am 21. April. " Kohlenhydrate, Zucker und Süßstoffe – eine ernährungsbezogene, kritische Bewertung ", ist die Veranstaltung überschrieben. Immer, wenn es warm ist, sind die Teilnehmer schon um 16. 30 Uhr eingeladen. Dann werden im Kräutergarten die " Heilkräuter des Monats vorgestellt ".

Ebenfalls im Frühling oder Sommer gibt es Exkursionen, treffen sich die Interessierten zu einem botanischen Ausflug. Ab Oktober fallen die Gartenbesuche dann weg, wird jeweils um 17 Uhr direkt zum Vortrag geladen. Die Themen gehen dem Oberpharmazierat auch nach bislang 21 Veranstaltungen nicht aus. " Oft machen auch die Besucher der Vorträge Vorschläge, zu welchen Fachgebieten sie gerne etwas hören würden ", erzählt Riedel. Und so geht es bei den neun Terminen im Jahr 2010 unter anderem um Medizin aus Fernost, die Bedeutung von Eiweißen und Enzymen, um Sachsen-Anhalt als Wiege der Homöopathie und die Aussage von Laborwerten.

Ganz besonders stolz ist Riedel auf einen Neuzugang in seiner " Drogensammlung ", der geschützt unter Glas im Apothekenmuseum liegt. " Über 30 Jahre, also seit ich meine Drogistenausbildung beendete, habe ich danach gesucht ", erklärt er mit leuchtenden Augen. In Halle fand er bei der Auflösung einer privaten Sammlung endlich den Meerstinz, nach dem er sogar schon in Marokko gesucht hatte. Dieser " stincus marinus ", der aussieht wie eine kleine Echse und auf getrocknetem Lavendel gebettet ist, " muss schon über 100 Jahre alt sein ", vermutet Riedel. Als Pulver soll der Meerstinz eine aphrodisierende Wirkung haben. Aber Konrad Riedel wird dem toten Tierchen nichts antun, hat er doch so lange danach gesucht und sieht ihn als größten Schatz in seiner umfangreichen Sammlung.

• Im Sommer treffen sich die Interessierten immer schon um 16. 30 Uhr im Kräutergarten, ab Oktober beginnt der " Gesundheits-Mittwoch " immer erst um 17 Uhr im Apothekenmuseum

• Die Themen lauten :

" Kohlenhydrate, Zucker und Süßsstoffe – eine ernährungsbezogene, kritische Bewertung " ( 21. April ); " Eine botanische Exkursion, nicht nur zu Arzneipflanzen " ( 26. Mai ); " Eiweiße – eine Grundsatzbetrachtung " ( 16. Juni ); " Was sind und können Enzyme " ( 21. Juli ); " Sachsen-Anhalt, Wiege der Homöopathie " ( 18. August ); " Was sagen uns Laborwerte ?" ( 15. September ); " Medizin in Fernost " ( 20. Oktober ); " Liköre selbst gemacht " ( 17. November ); " Was gedeiht im Verborgenen ?" ( 15. Dezember )

• Die Veranstaltung kosten keinen Eintritt, um Anmeldung wird unter ( 0800 ) 101 57 24 gebeten.