Farsleben. Nicht nur im Norden sondern auch in der Mitte Deutschlands wird ein Kult um dieses Gemüse betrieben. Der Grünkohl, im Magdeburger Raum vielfach auch Braunkohl tituliert, inspiriert in den Wintermonaten Vereine, Firmen und andere Gruppen zu Kohlfahrten und Kohlwanderungen. Am Ziel verspeist man Grünkohl traditionell mit Kasseler, Knacker oder Bregenwurst. Auch Schweinshaxe und Salzkartoffeln als Beigabe sind üblich. Am Sonnabend machten sich 54 Unentwegte vom Ländlichen Kulturzentrum " Webers Hof " in wind- und wettergerechter Kleidung auf den Weg zu einer zweieinhalbstündigen Wanderung. Sie konnten eine Abordnung vom Spiel- und Sportverein " Enorm in Form " aus Wolmirstedt ( gegründet 1982 ) begrüßen. Wanderleiter Reinhard Mewes hatte als Route einen alten Landweg nahe der früheren Bahntrasse von Wolmirstedt nach Colbitz ausgewählt. Nach insgesamt vier, fünf Kilometern durch die weiße Pracht sollte im Raum Lindhorst eine Glühweinrast eingelegt, dann gewendet und dem Ausgangspunkt wieder zugestrebt werden, wo zur besten Mittagszeit im Kaminzimmer des Vierseitenhofes die Töpfe mit dem Grünkohlgericht auf Wandersleute warteten. Oft heißt es, durch den Frost würde ein Teil der im Grünkohl enthaltenen Stärke in Zucker umgewandelt, weshalb der nach den ersten Frösten im November / Dezember geerntete Kohl besser schmecke. Tatsächlich spielen Frost und Stärke keine Rolle, sondern es kommt auf die späte Ernte und allgemein kühle Temperaturen an. Klirrenden Frost brauchten die 54 Wanderer und zwei Hunde im Teilnehmerfeld nicht zu befürchten. Mit minus 1 Grad war es vergleichsweise mild. Es blies ein schwacher Südostwind. Für den Sonntag waren sogar Plusgrade und Tauwetter vorhergesagt.