Nach über vier Jahren wird der Förderverein 1000 Jahre Wolmirstedt zum 31. März 2010 aufgelöst. Das hat die Mitgliederversammlung am Dienstag einstimmig beschlossen. Zuvor war über die Verwendung des verbliebenen Kassenbestandes und der materiellen Werte entschieden worden. Entsprechend der Satzung des Vereins fällt das Vermögen an die Stadt, die es ausschließlich für gemeinnützige Zwecke einsetzen darf. Nach dem Beschluss des Fördervereins werden besonders die Kultur und Schlossdomäne profitieren.

Wolmirstedt. Die 1000-Jahr-Feier ist noch immer allgegenwärtig. In vielen Schaufenstern sind Bilder vom " Sommermärchen 2009 " zu sehen, viele Wolmirstedter haben sich ihr eigenes Archiv geschaffen, gibt es weiter Souvenirs zu kaufen.

Die Arbeit des Fördervereins 1000 Jahre Wolmirstedt aber ist beendet. Am Dienstag fand im Festsaal des Bürgerhauses die letzte Mitgliederversammlung statt, die mit dem Beschluss zur Auflösung des Vereins endete. Der Vorstand hat nun den Auftrag, bis zum 31. März 2010 die Abwicklung vorzunehmen.

Damit ist der Schlusspunkt hinter eine über vierjährige sehr rege Arbeit zur Vorbereitung und Durchführung des Stadtjubiläums gesetzt. Dies war für den Vorstand Anlass für ein letztes großes Dankeschön an alle Aktiven.

Restliches Barvermögen wird aufgeteilt

Vorstandsmitglied Heinz Maspfuhl : " Wir haben gemeinsam Akzente gesetzt und gleichzeitig für vielfältige, individuelle Höhepunkte gesorgt. Das Fest war auch durch Ihr Engagement und Ihre konstruktive Mitarbeit ein großer Erfolg. " Die Fördervereinsvorsitzende Marlies Cassuhn berichtete über Projekte nach dem großen Fest. Besonders die Dankeschönveranstaltung mit rund 200 Gästen in der Museumsscheune sei sehr gut angekommen. Ihr großer Wunsch ist, dass Schwung und Kraft dieses Festes, Zusammenhörigkeitsgefühl und Heimatliebe in den Alltag einfließen und das kulturelle Leben Impulse bekommt.

Auch deshalb hatte der Vorstand alle Mitglieder gebeten, Vorschläge zur Verwendung der noch verfügbaren Mittel des Fördervereins einzureichen. Daraus hat der Vorstand zehn Projekte ausgewählt, die finanziell unterstützt werden sollen. Neben der Verteilung der verbleibenden Bargeldsumme in Höhe von 13 661 Euro ging es auch um die Verwendung der materiellen Werte. Entsprechend Paragraf 13 der Vereinssatzung fällt das Vermögen an die Stadt Wolmirstedt, die es ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwenden darf.

Blumen und Lichterkette an die Stadt verschenkt

An die Stadt übergeben werden die acht Pflanzkübel am Kreisverkehr Samsweger Straße, der " Herzlich Willkommen " -Lichtschlauch und die bepflanzbare Trinchenfigur, die in der Museumsscheune ihren Platz finden soll. Die fünf Keramik-Sammelbüchsen in Form der Schlosskapelle werden an die Bibliothek, den Kanuverein, das Soziokulturelle Zentrum, den Arbeitskreis Kultursommer und die Stadtverwaltung übergeben. " Die können sicher weiter gut für Sammlungen genutzt werden", so Marlies Cassuhn.

Enttäuschend lief bisher der Verkauf der Kalender für 2010 mit Schnappschüssen vom Stadtjubiläum. Der Vorstand schlug deshalb vor, die 450 verbliebenen Stück kostenfrei an die Vereinsmitglieder, Kindertagesstätten, Hort und Schulen zu verteilen. Außerdem sollen die Gäste des Neujahrsempfangs zugreifen dürfen, zehn Exemplare dem Landrat überreicht werden. Die restlichen 70 DVDs vom Lichterspektakel, 291 Festschriften und 208 Geburtstagskalender werden auf Stadtverwaltung und Museum aufgeteilt. Mögliche Erlöse aus diesem Bestand gehen in die Stadtkasse.

Zu den Finanzen des Vereins hatte Vorstandmitglied Martina Köppe Stellung bezogen. Die 57 Mitglieder starke Vereinigung hatte insgesamt eine Summe von 106 000 Euro zur Verfügung. Neben den Mitgliedsbeiträgen und Spenden in Höhe von 22 325 Euro waren dies auch die Erlöse aus den Trödelmärkten. Zu den wichtigsten Ausgaben gehörten rund 7000 Euro für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 14 400 Euro für die Festbepflanzung in der Stadt, 8780 Euro für die Dankeschönveranstaltung und der Tombola-Zuschuss von 6825 Euro.

Neben Bestandsaufnahme und Präsentation der nüchternen Zahlen blieb bei dieser letzten Mitgliederversammlung aber auch noch Zeit für ein paar lustige Randgeschichten.