Etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Landkreis Börde hat sich bisher gegen die so genannte Schweinegrippe impfen lassen. Auch jetzt gibt es noch Nachfragen nach dem Impfstoff – doch die Hochzeit, in der das Serum fast Mangelware war, ist längst vorbei. Gerade einmal 20 Impfanfragen pro Woche gehen bei den niedergelassenen Ärzten im gesamten Landkreis noch ein.

Landkreis Börde. Die Zeit, in der die Nachfrage nach dem Impfstoff gegen die Schweinegrippe so groß war, dass es Wartezeiten gab, ist vorbei. Die gesunkene Zahl von neuen Erkrankungen hat das Thema in den Hintergrund rücken lassen. Diese Sachsen-Anhaltweite Situation ist auch im Landkreis Börde nicht anders. Während etwa im November täglich Nachfragen beim Gesundheitsamt des Landkreises nach dem Impfstoff eingingen, so ist es jetzt sehr ruhig geworden. " Pro Woche gibt es derzeit noch Nachfragen für vielleicht 20 Impfungen ", erklärte der amtierende Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Dieter Heese, gestern auf Nachfrage. Man sei momentan beim Normalzustand angelangt.

Im Landkreis Börde haben sich bisher rund 18 000 Menschen gegen die Schweinegrippe bei den niedergelassenen Ärzten impfen lassen. Das entspricht in etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Damit liegt der Landkreis im Vergleich mit den anderen Landkreisen im Land im guten Mittelfeld. Die Impfquote in Sachsen-Anhalt liege zwischen acht und zwölf Prozent, so Dr. Heese.

Die nun stark gesunkene Nachfrage nach dem Impfstoff hat im Gesundheitsamt für einen Überfluss gesorgt. Etwa 10 000 Impfdosen lagern noch im Amtskühlschrank. " Weil die Nachfrage nachgelassen hat, sind Nachlieferungen derzeit gestoppt ", so der Amtsleiter. Derzeit werde eher geschaut, an wen die überschüssigen Impfdosen verkauft werden können. Bis April werden wir die Impfdosen noch vorhalten, wenn sich jemand impfen lassen will. Danach werden sie an das Land zurückgegeben.

Rückblickend konnte Dr. Heese den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes eine sehr gute Arbeit attestieren. " Angesichts des damals aufgebauten Drucks, hat der Landkreis gute Arbeit geleistet ", so der Amtsleiter. Es sei " eine logistische Meisterleistung " gewesen, die mehr als 100 Arztpraxen im Landkreis in der Zeit der großen Nachfrage zu beliefern. Dass es hier und da Beschwerden gegeben hatte, weil der Impfstoff nicht gleich geliefert werden konnte, sei normal, denn solch einen Fall habe es vorher ja noch nicht gegeben, so der Amtsleiter.

Nach wie vor gibt es Fälle von Schweinegrippe-Erkrankungen im Landkreis. Diese würden behandelt wie eine ganz normale saisonale Grippe. " Man geht jetzt mit der Erkrankung realistisch um ", meinte Dr. Heese mit Blick auf die einstigen Meldungen in Presse, Funk und Fernsehen.