Zum Jahreswechsel befragte Burkhard Steffen die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden der bisherigen Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide. Heute der Neuenhofer Bürgermeister Hartmut Jahn. Jahn ist auch Bürgermeister der neuen Gemeinde Westheide, die am 1. Januar aus den Gemeinden Born, Neuenhofe und Hillersleben gebildet wurde.

Volksstimme : Was betrachten Sie als die wichtigsten Ereignisse in Ihrer Gemeinde im Jahr 2009 ?

Hartmut Jahn : Zu den wichtigsten Ereignissen gehört auf jeden Fall die umfangreiche Sanierung, unterstützt durch Fördermittel, unserer Kindertagesstätte " Heidewichtel ". Kinder sind das Wichtigste, und man hat es an der nun ausgelasteten Belegung gemerkt, dass diese Einrichtung gern angenommen wird. Auch die feierliche Einweihung des neuen Ehrenmales an der Kirche war ein wichtiges Ereignis. Die Sanierung wurde mit einer Spendenaktion und Mitteln der Gemeinde finanziert. Außerdem engagierten sich zahlreiche Bürger, insbesondere die Schützen.

Natürlich darf man das " Jahr der Wahlen " nicht vergessen. 2009 gab es wichtige Entscheidungen für die Zukunft von Neuenhofe. Natürlich freue ich mich besonders darüber, dass die Wähler mir wieder das Vertrauen ausgesprochen haben.

Einiges konnten wir in diesem Jahr erledigen, was viele Jahre auf Grund fehlender Mittel immer wieder auf Eis gelegt worden war. So freue ich mich, dass die Siedlungsstraße fertig wurde, der Friedhof schön gestaltet ist ( ebenfalls mit Fördermitteln ) und dass es sogar noch gelang, ein moderneres Feuerwehrauto zu beschaffen. Auch das war zwingend notwendig.

Volksstimme : Was erwarten Sie für Ihre Gemeinde im Jahr 2010 ?

Hartmut Jahn : Auch 2010 bleibt Neuenhofe weiter das " Vereinsdorf " mit all seinen Aktivitäten. Aber nun sind wir drei Orte in der Gemeinde Westheide, und da wird und muss ein Umdenken erfolgen. Wir müssen Born und Hillersleben so betrachten,

als wären wir schon immer zusammen.

Wenn wir gemeinsam die Erwartungen erfüllen wollen, dann sind alle gefragt hier aktiv mitzuwirken.

Mit entscheidend beim Zusammenwachsen der drei Dörfer wird der erste Haushaltsplan der Gemeinde Westheide sein. Wir müssen wissen, was ist machbar und wo stehen wir. Es wird ein Jahr werden, in dem auch für die Gemeinderatsmitglieder viel Neues aus den anderen Orten auf sie zukommt und in dem sie, wie auch ich, bei Entscheidungen abwägen müssen, was das Wichtigste für die Gemeinde ist. Ich bin optimistisch, dass das Jahr 2010 kein Jahr des Stillstandes für die Gemeinde Westheide wird und es uns gelingt, ein Fundament für unser gemeinsames Haus aufzubauen.

Volksstimme : Wo sehen Sie die Schwerpunkte für Ihre Gemeinde nach der Umsetzung der Gemeindegebietsreform ?

Hartmut Jahn : Es wird sich Einiges in puncto Zuständigkeiten ändern, etwa bei Kitas, Schulen und auch Ortsfeuerwehren. Hier wird es anfangs schwierig werden, das zu erkennen und zu akzeptieren.

Die Erwartungshaltung vieler unserer Wähler ist hoch. Von einigen Bürgern wird manchmal die Meinung geäußert, " das kann nichts werden, wenn drei einst selbständige Gemeinden sich zusammenschließen mussten ". Daher muss allen Ratsmitgliedern und mir klar sein, dass mit Offenheit und sachlicher Diskussion an die möglichen Probleme in den drei Orten herangegangen werden muss. Das ist eine Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung der Gemeinde Westheide.