Haldensleben. Seit einigen Tagen vor Weihnachten sind Stadt und Land in ein weißes Kleid gehüllt, die Temperaturen fast stetig im Minus-Bereich. Und der Winterdienst ist pausenlos bemüht, die Straßen zu räumen. Von 3 bis 22 Uhr sind die Fahrzeuge des Eigenbetriebs Straßenbau und -unterhaltung des Landkreises unterwegs, um auf den Kreisstraßen für verkehrstaugliche Verhältnisse zu sorgen. Dazu gehört nicht nur, den Schnee von den Straßen zu schieben und Salz zu streuen. Es müssen auch mit Schneematsch bespritzte Verkehrsschilder gesäubert werden. " Wir können sie bei diesen Temperaturen nicht abwaschen, aber wir fegen den Schnee so gut es geht ab ", erklärt Klaus Glemnitz, Stützpunktleiter beim Eigenbetrieb Straßenbau und -unterhaltung.

Im ehemaligen Ohrekreis sind in diesen Tagen zehn Winterdienstfahrzeuge des Eigenbetriebs gleichzeitig unterwegs. Auf 400 Kilometern beräumen sie die Kreisstraßen in Haldensleben und Umgebung. Dabei ist jeder Fahrer für eine bestimmte Route verantwortlich. " Je nach Wetterlage werden die Strecken mehrmals befahren ", schildert Glemnitz die Arbeitsweise des Räumdienstes. " Für eine Tour braucht man zirka drei Stunden. Bis zu vier Mal wird eine einzige Route nacheinander beräumt. Dann müssen die Fahrzeuge natürlich auch betankt und kleinere Wartungsarbeiten gemacht werden. "

Für diese Aufgaben sind laut Stützpunktleiter Glemnitz im ehemaligen Ohrekreis 14 Personen zuständig : Zehn Kollegen, die mit den Räumfahrzeugen unterwegs sind, Werkstattund Beladepersonal sowie der Schichtleiter. Im ehemaligen Bördekreis stehen für diese Arbeiten fünf Fahrzeuge und sechs Personen zur Verfügung.

" Wir hatten in den vergangenen Jahren zwar kaum Schnee, aber dies ist noch lange kein außergewöhnlicher Winter ", äußert Glemnitz seine Meinung. " Und bis jetzt gab es auch keine großen Probleme. Lediglich die Ortslagen mit engen Straßen stellen manchmal eine schwierige Aufgabe dar. " Was jedoch zu einem Problem werden könnte, sind die Salzvorräte. Der Eigenbetrieb hatte vor Wintereinbruch etwa 1400 Tonnen Streusalz auf Lager. Diese Menge hat jedoch schon stark abgenommen, 950 Tonnen wurden bereits verbraucht. " Falls es in den nächsten Tagen nicht mehr so stark schneit, könnte das Streusalz noch acht bis neun Werktage ausreichen. Wenn mehr Schnee kommt, dann reicht es vielleicht noch für sechs bis sieben Werktage ", schätzt der Stützpunktleiter. Streusalz nachbestellt hat der Eigenbetrieb bereits vor mehreren Tagen. Jetzt warten die Mitarbeiter nur noch auf die Lieferung. Klaus Glemnitz ist jedoch zuversichtlich, dass diese rechtzeitig eintrifft, bevor die Vorräte zur Neige gehen.

Auch die Stadt Haldensleben wartet auf Nachschub. Denn die Streusalzvorräte sind mittlerweile aufgebraucht. " Wir hatten ausreichend Salz für einen normalen Winter auf Lager ", erklärt Lutz Zimmermann, Leiter der Abteilung Stadtmarketing und Kommunikation. " Noch mehr Salz zu lagern, wäre totes Kapital. Wir haben bereits am 29. Dezember nachbestellt. Die letzte Auskunft bei der European Salt Company ( esco ) war, dass noch nicht einmal die Autobahnmeistereien beliefert werden können. "

Vorgestern traf die Ende Dezember bestellte Fuhre Streusalz auf dem Gelände des Stadthofs ein. Die 27 Tonnen reichen bei den aktuell herrschenden Wetterbedingungen für etwa zwei bis drei Tage. Das Salz wird auf dem Hof abgeladen und Axel Peter, Abteilungsleiter beim Haldensleber Stadthof, zeigt sich darüber wenig erfreut : " Eigentlich lagern wir das Salz nicht unter freiem Himmel. Aber die Firma konnte nicht mit einem Silo-Lkw kommen, und so mussten wir es draußen lagern. Und bevor es wieder schneit, müssen wir es abdecken ".

Normalerweise wird das Salz in ein Silo gepumpt, um so die Räumfahrzeuge leichter befüllen zu können. Jetzt müssen die Behälter zunächst mit dem Bagger beladen werden. " Bei diesen Temperaturen – kälter als minus fünf Grad – zeigt das Salz aber relativ wenig Wirkung, weil es erstarrt ", so Peter. " Da arbeiten wir mit Split und Sand. "

Über die Schneemenge ist Axel Peter auch ein wenig verwundert : " In der Stadt liegen 25 Zentimeter. Zuletzt hatten wir das hier vor 20 Jahren. Und in den 1970 er Jahren gab es sogar noch mehr Schnee. Bleibt abzuwarten, wie es weiter geht. "