Ehrentafel

• Urkunde 20 Jahre friedliche Revolution : Klaus Riemschüssel ( Rogätz ), Reiner Treffkorn ( Rogätz ), Ernst Nielebock ( Colbitz ), Rolf Nagel ( Wolmirstedt ), Michael Plaßmann ( Glindenberg ), Bernhard Kwiatecki ( Colbitz )

Vor 20 Jahren gründete sich die Wolmirstedter SPD ( vor dem Krieg war sie stärkste Fraktion ) sowie weitere Ortsvereine im nordöstlichen Kreisgebiet im Zuge der Wende neu. Zum Jubiläum luden die Sozialdemokraten am Sonnabend in den " Kicker " ein. Den Festvortrag hielt SPDUrgestein Willi Polte aus Niegripp, der im November 1989 zu den Mitbegründern der Sozialdemokratischen Partei ( SDP ) im damaligen Bezirk Magdeburg zählte. Die SDP vereinigte sich im Januar 1990 mit der SPD.

Wolmirstedt. Der Elan der Anfangsjahre war im Festvortrag von Willi Polte noch deutlich zu spüren. Der langjährige Oberbürgermeister Magdeburgs erinnerte bei der Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der SPD im nordöstlichen Kreisgebiet ( Neugründung in Wolmirstedt am 2. Februar 1990 ) an die Wende. " Wir wollten mit der Gründung der SDP das Machtmonopol der SED in Frage stellen ", sagte er.

Alt-OB Polte schlug in seinem Vortrag einen geschichtlichen Bogen, der die wichtigsten Meilensteine der mit 145 Jahren ältesten deutschen Arbeiterpartei umriss. Bei der Neugründung der SDP im November 1989 sei von dem einstmals sehr starken SPD-Bezirk Magdeburg-Anhalt nicht mehr viel übrig gewesen. Es sei eine aufregende Zeit der parteilichen Aufbauphase gewesen : Mitarbeit an den Runden Tischen, beim Bürgerkomitee und die Teilnahme an Veranstaltungen im Magdeburger Dom. Immer wieder sei bei den etwa 110 Parteimitgliedern der ersten Stunde auch der Gedanke gewesen, wen wohl die Staatssicherheit zu den Veranstaltungen geschickt habe ?

Zum Festakt im " Kicker " waren Gründungsmitglieder und langjährige Sozialdemokraten aus Wolmirstedt und der Nachbarregion Elbe-Heide anwesend. Die Ortsvereine sind am 11. Januar zu einem größeren Verband verschmolzen. Vorsitzender der SPD im Raum Wolmirstedt ist Albrecht Greiser geworden, ehemaliger Betriebsrat im Kaliwerk Zielitz und mit 71 Jahren ältestes Mitglied im Wolmirstedter Stadtrat.

Greiser gestand ein, dass die SPD gerade in den letzten zehn Jahren durch Austritte viele Genossen verloren hat, weil sie mit der Politik der Partei nicht mehr einverstanden waren. Silke Schindler, die Börde-SPD-Vorsitzende, brachte die Wahlergebnisse von 2009 ins Spiel, die nicht so ausgefallen sind, wie man sie sich gewünscht hätte. Sie ermunterte ihre Parteifreunde aus der Geburtstagsrunde frischen Mut und neue Kraft zu schöpfen. Mit am Tisch im " Kicker " saß auch eine Abordnung aus dem Roten Lehmhaus ( Parteizentrale der SPD in der niedersächsischen Partnerstadt Wunstorf ). Die Wunstorfer hatten im Wendezeitraum beim Parteiaufbau wertvolle Hilfe geleistet.