Die Bastelsachen sind schon verpackt, auch die Spielecke ist beräumt. 75 Umzugskartons werden allein für den Hortbereich gebraucht. Doch das ist nur ein Bruchteil dessen, was benötigt wird, wenn die Diesterweg-Grundschule während ihrer Umbauphase für ein Jahr zur Harnisch-Schule zieht.

Wolmirstedt. Zwischen Aktenordnern, Kisten und ausgeräumten Schränken ist immer noch Platz für ein Lächeln. " Alles wird gut ", so motiviert Diesterweg-Schulleiterin Petra Heimlich sich selbst und die Kollegen während der stressigen Umzugstage.

Seit bekannt wurde, dass die Grundschule umgebaut und modernisiert wird, laufen die Vorbereitungen. Zusammen mit den Verantwortlichen bei der Stadt und beim Landkreis wurde zuerst ein Ausweichgebäude gesucht. Und in der Harnisch-Schule im Wohngebiet Straße der Deutschen Einheit auch gefunden. " Die Zusammenarbeit mit Schulleiter Helmut Ketzler und den Kollegen vor Ort klappt hervorragend. Man hat uns an der Schule Platz gemacht und hilft mit, dass durch die besondere Situation für die Kinder kaum Unannehmlichkeiten entstehen ", lobt Petra Heimlich.

In dem 1974 eingeweihten Gebäude in der Triftstraße stehen die Kartons schon parat. Auf vielen Schränken kleben bunte Zettel. Die zeigen, was für das Umbaujahr eingelagert wird und welche Möbel mit zur Harnisch-Schule umziehen. Um den Transport der Kartons kümmert sich der städtische Wirtschaftshof, das Mobiliar wird von einem Umzugsunternehmen ein- und am neuen Standort wieder ausgeladen.

Neben den Räumlichkeiten im Hauptgebäude der Harnisch-Schule, die für die Lerngruppen 1 und 2 vorgehalten werden, steht für die Umzügler ein angemieteter Container-Systembau parat. Dieser wird derzeit noch fertig aufgebaut und soll nach den Ferien die dritten und vierten Klassen sowie den Hortbereich vorhalten. Am kommenden Sonnabend wird Schulleiterin Petra Heimlich mit den Elternvertretern eine Vor-Ort-Begehung durchführen. " Die Eltern reagieren sehr verständnisvoll auf die ganze Situation ", weiß die Schulleiterin aus täglichem Erleben. Auch die Kinder sind ganz gespannt darauf, wie ihre Schule nach dem Umbau aussehen wird. " Unsere Viertklässler sind ganz traurig, dass sie nicht mehr in den Neubau mit einziehen können. Aber ich habe ihnen versprochen, dass sie zum Tag der offenen Tür eingeladen werden ", erzählt Petra Heimlich.

Zusammen mit ihren 15 Kollegen und den sechs Horterziehern arbeitet sie mit Hochdruck daran, dass der Umzug problemlos vonstattengeht. Das bedeutet Stress, vor allem, weil vor den Ferien ja auch noch Zeugnisse zu schreiben und Klassenkonferenzen durchzuführen sind. Dass sie es im vorgesehenen Zeitplan schaffen, davon sind an der Diesterweg-Schule alle überzeugt.

Hortleiterin Britt Engel hat schon einen großen Teil ihrer 75 Kisten gepackt. Ab dem 8. Februar findet die Hortbetreuung während der Winterferien schon in den Containern statt. Darüber wurden die Eltern per Handzettel informiert. Eine wichtige Frage der Erziehungsberechtigten war auch, wie es mit dem Schulweg aussieht. " Wir haben es bei einer Beratung zusammen mit der Busgesellschaft und einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung so geklärt, dass die Glindenberger Kinder mit dem Bus bis an die Harnisch-Schule gebracht und mittags von dort auch wieder abgeholt werden ", berichtet Petra Heimlich. Alle anderen Kinder, die per Bus zur Schule kommen, steigen an der Haltestelle Geschwister-Scholl-Straße aus und werden dort von Mitarbeitern der Schule in Empfang genommen und zum neuen Standort gebracht. So wird auch nach dem letzten Klingelzeichen der Weg zum Bus für die Kinder abgesichert.

Die großen Schüler der Klassen drei und vier haben auch im Umbaujahr ihren Sportunterricht immer dienstags und mittwochs zwischen 8. 30 und 10 Uhr in der Halle der Freundschaft. " Dafür wurde ein Shuttlebus eingerichtet, der von der Stadt bezahlt wird und die Kinder zum Sport und wieder an die Schule bringt ", weiß die Schulleiterin. Die Kinder der so genannten Eingangsphase können – dank der Organisation von Helmut Ketzler – ihren Sportunterricht in der Turnhalle neben der Harnisch-Schule absolvieren.

" Wir haben es durch gute Planung und mit Unterstützung der Stadt und des Landkreises erreicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Kindern ermöglichen, die Umbauphase ohne größere Einschränkungen zu überstehen ", berichtet die Schulleiterin. Und hat dabei wieder ihr strahlendes Lächeln auf den Lippen.