Bei den Worten " Belle Époque " hellen sich nicht nur bei Geschichtsinteressierten die Gesichtszüge auf. Denn bei diesem Namen wird das Paris um 1900 wieder lebendig : Lichtflirrende Boulevards, elegante Kostüme, Rennplätze, Frauen und Männer mit ausgefallen Hüten auf dem Kopf … Zumindestens im Ansatz wurde den Besuchern, die am Freitagabend in die Internationale Grundschule " Pierre Trudeau " kamen, diese vergangene, aber noch immer allgegenwärtigen Zeitepoche sehr lebendig vor Augen geführt.

Barleben. Rektorin Anke Strehlow und Dr. Michael Kleinen, Schulleiter des Gymnasiums, sieht man die Freude an : " Mit diesem Ansturm hätten wir nicht gerechnet, nachdem der Wintereinbruch uns zusätzlich so arg zu schaffen machte ", freut sich Anke Strehlow. Etwas optimistischer, und dies schon im Vorfeld, zeigte sich Michael Kleinen : " Das Konzept für diesen französischen Abend der besonderen Art war einfach passig. Schüler, Lehrer, aber vor allem die Eltern brachten sich hundertprozentig ein, waren mit Begeisterung bei der Sache. Das war für den Erfolg ausschlaggebend. "

Der Termin, Freitag, der 22. Januar, war auch nicht zufällig gewählt. An diesem Tag wurde bereits zum siebenten Mal bundesweit der Deutsch-Französische Tag begangen, " der dieses Jahr unter dem Motto, Mettez l’allemand dans votre jeu – bringt französisch ins Spiel ‘ stand ", erläuterte der Schulleiter. " Auch wenn an diesem Tag vor allem die Sprache des Nachbarlandes im Mittelpunkt stand, so wollten wir dies aber in einem geschichtsträchtigen Rahmen machen, der so genannten, Belle Époque ‘, die schöne Epoche oder schöne Zeit ".

Dem Anspruch sind die Organisatoren an diesem Abend voll gerecht geworden. " Auch ", wie Schulleiter Dr. Kleinen bewusst betont, " weil an dort alle Klischees bedient wurden, die wir über Frankreich mit uns tragen. " Das bedeutete, die Gäste wurden auf eine Zeitreise mitgenommen, die, so die Historiker, von 1885 bis 1914 andauerte. Moulin Rouge, die Rote Mühle, schemenhaft vor der Schule installiert, wies den Gästen zu später Stunde den Weg zum Ort des Geschehens. In der Grundschule selbst, regierte dann das Leben pur, wurde ein regelrechtes Feuerwerk abgebrannt : Neben Berufskünstlern waren es vor allem die Gymnasiasten, die die " Schöne Zeit " neu aufleben ließen. So überzeugte die Klasse 8 b mit einem Theaterstück, brachten die Mädchen der 7 ., 8. und 10. Klassen den Cancan auf die Bühne. Da verzauberte Khadija Tajer mit ihrer großartigen Stimme das begeisterte Publikum. Still dagegen, aber sehenswert Julia-Maria Weinrich als Pantomine. Auch wenn der Geschichtstripp in die Vergangenheit nur drei Stunden dauerte, der Eindruck der bleibt, ist nachhaltig.

Und so sind sich Anke Strehlow und Dr. Michael Kleinen absolut sicher, dass das Frankreich der " schönen Epoche " garantiert eine Renaissance erleben wird : " Wir hoffen dann aber auf besseres Wetter, so dass wir bei einem Straßenfest vielleicht gemeinsam mit dem ganzen Ort feiern können. "