Viele Leser meldeten sich gestern in der Redaktion, um ihre Kritik am Winterdienst loszuwerden.

Hier zwei Meinungsäußerungen :

" Wir haben Winter – und das ist ja erst einmal sehr schön. Die derzeitige Situation auf den Straßen in Wolmirstedt ist jedoch so schlecht, dass man sich schämen muss, in dieser Stadt zu wohnen. Dass die Hauptstraßen zuerst geräumt werden, ist mir klar. Danach kommt der Rest. Nur dass dort nie ein Winterdienst zu sehen ist ! Die Einwohner der Schachtstraße und der Stichstraßen haben seit drei Wochen kein Räumfahrzeug gesehen.

Wir wissen nicht mehr wohin mit dem vielen Schnee. Wir kommen weder auf unser Grundstück noch runter vom Grundstück. Es ist eine Katastrophe. Wofür bezahlen wir Straßenreinigungsgebühren ? Gilt das nur für den Sommer und an schönen Tagen ? Der Weg zum Bahnhof und auf die Parkplätze ist fast nicht zu erreichen. Was sich dort abspielt, ist eine Katastrophe. Auch die Straßenverhältnisse in der Schwimmbadstraße sind nicht ansatzweise vertretbar. Dort, wo jeden Tag mindestens 1 500 Kinder und Jugendliche ankommen und wegfahren, weil sich dort die beiden größten Schulen von Wolmirstedt befinden, wird nicht geräumt. Wer soll das verstehen ? Dort laufen unsere Kinder auf der Straße, dort fahren Busse, Autos usw. – aber kein Winterdienst.

Nach welchen Kriterien geht man hier vor ? Es ist ein einziges Chaos. Ich denke, ich bin nicht die erste und einzige, die sich über die derzeitige Situation beschwert. Ich kenne auch andere Gegenden, wo es 18 Häuser und 40 Einwohner gibt – sich der Ort nicht einmal Dorf nennt – und da wird täglich geräumt. Diese Menschen haben sich schon mächtig lustig über unsere Stadt gemacht – und ich finde zurecht – aber auch irgendwie schade. Das hat Wolmirstedt nicht verdient. Ich hoffe, diese Woche bringt etwas Entspannung und wir bekommen in der Schachtstraße und in der Schwimmbadstraße auch mal ein Räumfahrzeug zu sehen.

Ines Günther,

Wolmirstedt

" Ich bin sehr empört, wenn ich sehe, wie diese ‚ Spielzeugameisen ‘ von Räumfahrzeugen durch die Straßen fahren und versuchen, den Schneemassen Herr zu werden. Warum hat man sich nicht stattdessen mal ein oder zwei ordentliche Räumfahrzeuge mit großen Schildern und einer ordentlichen Motorleistungskraft angeschafft ?

Wenn Sie sich mal das Wohngebiet Colbitzer Straße anschauen – egal, welchen Weg – dann kommt man dort überhaupt nicht mehr durch. Von Freitag bis Sonntag ist im Heideweg mit seinen Stichstraßen nur zweimal ein Fahrzeug mit Rundumleuchte durchgefahren.

Besonders schlimm ist es auch in der Schachtstraße, wenn man von der Rogätzer Straße aus hineinfahren will. Rechts und links davon gehen Stichstraßen ab, die man mit dem Auto nicht mehr befahren kann. Wenn da mal der Rettungsdienst oder die Feuerwehr benötigt wird, dann sieht das ganz schlecht aus, die fahren sich fest ! Da können diejenigen, die verantwortlich für die Einsätze sind, von Glück reden, wenn da kein Menschenleben in Gefahr ist. Was mich in diesen Tagen wirklich aufregt, ist, dass man dem Schnee nicht Herr wird. Was war denn im Jahr 1979 ? Da hatten wir doppelt so viel Schnee, fiel Silvester plötzlich das Licht aus. Damals war die ganze Stadt innerhalb von drei Tagen wieder befahr- und begehbar.

Heute wird erzählt, dass der Winterdienst von vier Uhr bis 22 Uhr im Einsatz ist. Und was ist mit der Zeit dazwischen ? Warum wird in solchen Ausnahmesituationen nicht rund um die Uhr gearbeitet ? Bei der Kreisstraßenmeisterei geht das doch auch. Wir haben so viele Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger und Ein-Euro-Jobber und trotzdem kriegt man die Lage nicht in den Griff. Das ist mehr als ärgerlich. "

Brigitte Klewin,

Wolmirstedt