Für die bessere Beräumung des Stadtgebietes haben sich Verwaltung und Eigenbetrieb jetzt Hilfe geholt. Gestern schloss der Bürgermeister eine Vereinbarung mit Carlo Hinze. Der Chef der Kiesgrube Farsleben und seine Mitarbeiter helfen mit Radlader und Lkw, den Schnee von Schwerpunktbereichen abzufahren. Gelagert wird er auf einer landwirtschaftlichen Brachfläche hinter dem Wohngebiet Bauernweg.

Wolmirstedt. Seit vier Uhr nachts waren die Mitarbeiter der Kiesgrube Farsleben gestern im Stadtgebiet unterwegs. Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander hat mit Kiesgruben-Chef Carlo Hinze eine Vereinbarung abgeschlossen. Darin wird geregelt, dass die Firma Papenburg gegen Bezahlung Mitarbeiter und Gerätschaften zur Verfügung stellt, um bei der Beräumung des Stadtgebietes von den Schneemassen zu helfen.

Allein, um die auf dem Boulevard aufgetürmten Schneemassen abzufahren, brauchte es unzählige Lkw-Touren. Auch der Bahnhofsvorplatz, Busbahnhof sowie die Parkplätze in der Damaschkestraße und hinter dem Rathaus zählten zu den Schwerpunkten, an denen die Firma zuerst tätig wurde.

" Wir bringen den Schnee auf eine Brachfläche hinter dem Wohngebiet Bauernweg / Sandbreite / Gänsebreite ", erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage. Dass sich die Stadt für die Beräumung Hilfe holt, sei nicht allein den zahlreichen Beschwerden von Bürgern geschuldet. " Da sind wir auch schon alleine draufgekommen ", so Zander.

Mit dem Radlader waren die Mitarbeiter von Carlo Hinze gestern schon im Ginsterweg zugange. Auch Schwimmbadund Meseberger Straße, der Bereich rund um den Bauernweg, die Straßen im Wohngebiet Deutsche Einheit, Kummersdorf, Damaschke-, Burgstraße und Vogelstange sowie Bandau- und Badewitzstraße zählen zu den in der Vereinbarung festgelegten Schwerpunkten, von wo aus der Schnee mittels großer Technik abgefahren wird.

" Das heißt aber nicht, dass wir die Nebenstraßen vergessen ", stellte Ordnungsamtsmitarbeiter Dirk Illgas klar. " Der städtische Winterdienst befördert den Schnee aus den kleineren Straßen zu diesen Punkten hin, von wo aus dann der Abtransport erfolgt. " Ähnlich wie im Bereich der Kernstadt soll die weitere Beräumung auch in den einzelnen Ortschaften vorgenommen werden. Bis die vorhandenen Schneemassen abtransportiert worden sind, könne es allerdings noch bis in die kommende Woche hinein dauern.

Die Kritik, die derzeit von den Bürgern der Stadt und aus den Ortsteilen an die Verwaltung herangetragen wird, hält man dort nur teilweise für berechtigt. " Die Probleme rühren auch daher, dass wir ewig nicht mehr so viel Schnee hatten ", rechtfertig sich der Bürgermeister. Anregungen von Wolmirstedtern, dass sich die Stadt doch besser leistungsfähigere Räumfahrzeuge anschaffen sollte, kann er nicht nachvollziehen. " Wir haben doch den großen Unimog. Und was sollen wir riesige Fahrzeuge erwerben, wenn die dann in den nächsten drei Jahren vielleicht nicht benötigt werden, weil nicht mehr so viel Schnee fällt ?" Deshalb entschied man sich dafür, die von dem Kiesgrubenchef angebotene Hilfe anzunehmen.

Gossen besser freihalten

" Wir leisten derzeit mehr als in vergleichbaren Jahren ", erklärte der Bürgermeister gestern. Deshalb könne man Anfragen von Bürgern, die um Hilfe bei der Beräumung bitten und diese Dienstleistung bezahlen wollen, auch nicht positiv beantworten.

Überhaupt wird der Winterdienst in diesem Jahr zu einer erheblichen Kostenposition. Solange er " Gefahr im Verzug " sieht, will und kann Zander die genauen Dimensionen nicht beziffern. Bei der Diskussion des Verwaltungshaushaltes, die mit Beginn der Beratungsfolge ansteht, wird dies aber spätestens zur Sprache kommen.

Ein weiteres Problem sei allerdings bei der vermehrten Begehung und Kontrollbefahrung aufgefallen : " In vielen Straßen haben die Anwohner den Schnee auf die Regenwassereinläufe geschippt. Wenn es anfängt zu tauen, was spätestens für das Wochenende ja zu erwarten ist, dann kann da nichts ablaufen und wir haben das nächste Problem ", erklärte Zander. Er bittet deshalb darum, die Gossen vom Schnee freizuhalten.

Und Dirk Illgas vom Ordnungsamt schickt noch einen Hinweis hinterher : Da an fast jedem Dach derzeit Schneeüberhänge sowie Eiszapfen zu finden seien, sollten Bürger einmal öfter den Blick nach oben wagen und – wenn möglich – Abstand zu den Häusern halten oder gar ganz die Straßenseite wechseln. Zwar sei jeder Hauseigentümer selbst dafür verantwortlich, die Gefahrenquelle am Dach zu beseitigen, doch die wenigsten kämen dieser Pflicht bisher auch nach.