des langjährigen Storchenbeauftragten des alten Ohrekreises Falk Höhne ein schlechtes Storchenjahr. " Alle fünf, sechs Jahre wiederholt sich ein derartiges Störungsjahr. Irgendetwas funktioniert dann im Lebensraum der Adebare nicht. Im abgelaufenen Jahr häufte sich die Zahl der Nestabwürfe. "

Landkreis Börde. Die Zahl der Weißstorchpaare in den Horsten zwischen Alleringersleben und Zobbenitz ist nach Falk Höhnes Angaben auf 27 abgesunken. Diese Paare haben mit 68 an der Zahl deutlich weniger Junge hervorgebracht. Nach Angaben des Storchenhofes in Loburg kamen im zu Ende gegangenen Jahr in Sachsen-Anhalt 907 Jungstörche zur Welt, im Jahr davor waren es noch 1208.

Gelege mit vier Eiern gab es in Angern ( alte Molkerei ), Colbitz ( ehemaliges LPG-Gelände ) und Rogätz ( Griesecke-Bau ). In der Heinrichsberger Straße in Loitsche verteidigt ein alleinlebender weiblicher Altvogel vehement sein Nest. Hier haben Höhne und seine Helfer versucht, eine neue Nisthilfe aufzustellen, damit sich irgendwann wieder ein Horstpaar und neuer Nachwuchs einstellen.

Die Gründe für den Rückgang der Storchenpopulation im Kreisgebiet sieht Höhne zum einen im Klimawandel. Die Störche kommen entweder verfrüht oder verspätet oder bleiben teilweise gleich im Süden. Ein anderer Grund ist die Nahrungsverknappung. Auf vielen Ackerflächen, die vor einigen Jahren noch stillgelegt waren, werden inzwischen Raps oder Mais angebaut. Agrarbetriebe, die früher Milch produzierten, haben die Flächen, auf denen die Kühe standen, umgebrochen. " Damit sind die Grünflächen, auf denen die Störche ausreichend Nahrung finden, deutlich zurückgegangen ", sagt Höhne. Diese Entwicklung betrachtet der Storchenexperte mit Sorge.

Das Interesse der Bevölkerung an den Störchen hingegen ist nach Einschätzung von Höhne ungebrochen. Das hätte die Rettungsaktion im Juni in Colbitz für die zwei verbliebenen der vier Storchenkinder gezeigt. Auch die aufsehenerregende Aktion im März in Sandbeidendorf ist ein Beispiel dafür. Das Nest auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr war durch den jahrelangen Aufbau in gefährliche Schieflage geraten. Etwa zwei Drittel mussten abgetragen werden. Drei Junge wurden hier in diesem Jahr von dem Horstpaar aufgezogen, davon wurde ein Jungvogel aus dem Nest geworfen.