Nach dem kurzen Zwischenhoch sagen die Meteorologen einen erneuten Kälteeinbruch voraus. Die Minusgrade sollen zum Wochenende in den zweistelligen Bereich sinken. Dennoch zeigt sich Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander zuversichtlich. Was der Grund dafür ist und wie die Arbeit des Winterdienstes bisher einzuschätzen ist, das erfuhr Volksstimme-Redakteur Karl-Heinz Klappoth in einem Gespräch mit dem Stadtoberhaupt.

Volksstimme : Welchen Grund gibt es, sich über den erneuten Kälteeinbruch zu freuen ?

Dr. Hans-Jürgen Zander :

Freude ist wohl das falsche Wort. Aber das einsetzende Tauwetter hat auch den Pegelstand der Ohre in den vergangenen Tagen ansteigen lassen. Der Frost aber würde den Schmelzprozess stoppen, so dass das angestaute Wasser ablaufen könnte. Immerhin stieg der Pegel der Ohre auf beachtliche 2, 13 Meter. Bei 2, 20 Meter aber wird es kritisch.

Volksstimme : Was bedeutet dies, welche Konsequenzen zieht das nach sich ?

Zander : Das bedeutete noch immer, dass die Lage völlig entspannt ist. Wir haben trotzdem am Mittwoch eine Arbeitsgruppe " Hochwasser " konstituiert, die umgehend vorbeugend tätig ist.

Das heißt, die Mitglieder, die aus der Stadtverwaltung kommen, erkundigen sich darüber, wie die Wasserwehr aufgestellt ist, schauen ob die Technik einsatzbereit ist … Aber wie gesagt, es gibt gar keinen Grund zur Besorgnis.

Volksstimme : Kommen wir zum Winterdienst …

Zander : … der sich bisher mit 43 000 Euro im Haushalt niederschlägt. 11 000 Euro fielen noch im Dezember an, 32 000 Euro waren es im Januar. Dies sind allein die finanziellen Aufwendungen des Eigenbetriebes, deren Mitarbeiter in den vergangenen Wochen Beachtliches leisteten. Und noch in diesen Tagen mit der gesamten Technik im Einsatz sind. Denn der Schnee nimmt augenscheinlich kein Ende.

Volksstimme : Da drängt sich einem die Frage auf : Schon einmal so einen Winter erlebt ?

Zander : Mit Garantie. Aber während meiner Amtszeit als Bürgermeister, und die dauert bereits 16 Jahre, da kann ich mich nicht erinnern, dass wir als Stadt gegen solche Schneemassen ankämpfen mussten.

Dennoch bin ich der Meinung, dass uns der Winter nicht unvorbereitet traf. Und im Vergleich mit anderen Städten, die unsere Größenordnung besitzen, haben wir uns prächtig geschlagen.

Volksstimme : Das geschah aber nie im Alleingang, oder ?

Zander : Das ist richtig, denn auch aus der Bevölkerung gab es während der gesamten schneereichen Zeit viele konstruktive Hinweise, die unsere Arbeit erheblich erleichterte. Und dafür muss ich Danke sagen. Vorbildlich war auch der Einsatz der Hauseigentümern beim Entfernen der Eiszapfen, die Winter für Winter immer eine große Gefahr darstellen.

Es gab aber auch Zeitgenossen, die die Situation völlig falsch einschätzten. So habe ich als Bürgermeister kein Verständnis dafür, dass zum Beispiel Mitarbeiter unseres Hauses beschimpft wurden, als in dieser Woche die Damaschkestraße kurzzeitig gesperrt werden musste, damit wir mit schwerer Technik, den Schnee entsorgen konnten. Das aber war ganz wichtig, denn hier befindet sich das Ärztehaus, das trotz des Winters stark frequentiert wird.

Volksstimme : Augenscheinlich aber war auch, dass die Stadt allein nicht mehr den Schneemassen Herr wurde.

Zander : Das ist richtig. Deshalb haben wir als Stadt uns auch Hilfe geholt. So wurde mit der Firma Papenburg eine Vereinbarung zur Beräumung von Schnee im Stadtgebiet getroffen. Das wurde schließlich auf die einzelnen Ortschaften Mose, Elbeu, Farsleben und Glindenberg erweitert. Der Einsatz, der am 11. Januar begann, endete am 19. Januar. In dieser Zeit wurden mit schwerer Technik über 1000 Tonnen Schnee abgefahren. Die andere Seite der Medaille, es entstanden zusätzliche Kosten in Höhe von 19 000 Euro. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Ob nun im Bereich der Fußgängerzone in der August-Bebel-Straße, des Bahnhofsvorplatzes, der Schwimmbadstraße oder im Bereich des Bauernweges – es war augenscheinlich, dass etwas getan wurde.

Volksstimme : Wie fällt das Fazit aus ?

Zander : Dieser extreme Winter, der noch immer anhält, hat gezeigt, dass die Stadt langfristig gut aufgestellt ist, so dass er uns nicht unvorbereitet traf. Wir haben zudem die nötige Technik im Eigenbetrieb, werden auch künftig auf fremde Hilfe zugreifen, wenn es erforderlich ist. Und ganz wichtig bei den eisigen Tagen die wir zu erwarten haben, wir haben genügend Streusalz gebunkert.