Meitzendorf. Wenn die ersten Frühjahrsboten zu sehen sind und der lang ersehnte Frühling Einzug hält, greift in der Ortschaft Meitzendorf die organisierte Hektik um sich. Und es sind nicht wenige, die dann unbedingt zu Schrubber und Besen greifen müssen, um mal wieder so richtig Ordnung zu schaffen.

Aber seit Jahren stellt sich der Anglerverein immer wieder die gleiche Frage : Aber warum nur in den eigenen vier Wänden ? Weshalb nicht gleich im ganzen Ort, warum nicht auch alle Zufahrtsstraßen einbeziehen ? Gefragt, getan.

Das Erfreuliche, zahlreiche Meitzendorfer fühlten sich auch angesprochen. In dem bewährten Zusammenspiel Anglerverein und Gemeinde, und diesmal mit " voller Kapelle " auch die Jugendfeuerwehr, wurde wieder einmal eine gelungene Aktion im " Kampf gegen den wilden Müll " durchgeführt. Steven Kraft, Ansprechpartner für Öffentlichkeitsarbeit, kennt auch das Erfolgsrezept : " Mit Plakaten und Mitteilungen haben wir schon Wochen vorher die Dorfbewohner zur Mithilfe aufgerufen. Eine Bitte, die erhört wurde. "

In Zahlen ausgedrückt : Nicht weniger als 44 hochmotivierte Bürger trafen sich am Sonnabend um 9 Uhr am alten Gerätehaus. " Die Situation allerdings war nur eine Momentaufnahme ", wie Steven Kraft nachdrücklich versicherte : " Denn nach einer kurzen Einweisung, stoben die einzelne Gruppen in alle Himmelsrichtungen auseinander. " So war eine Truppe rund um Meitzendorf unterwegs, wurde auch der Feldweg nach Barleben beräumt. Fleißige Meitzendorfer sind aber auch entlang der Landesstraße 47 gesichtet worden, die bis Dahlenwarsleben mit ihren Müllsäcken unterwegs waren. Selbst um die Kiesgrube machte man keinen Bogen. Und so stapelten sich die blauen Säcke, die Dank vieler Unternehmen, auch gleich abgefahren werden konnten. Bis gegen 12. 30 Uhr wurden deshalb Tonnen an Papier, Büchsen und Flaschen entsorgt.

Wie Steven Kraft zu berichten wusste, waren auch recht ungewöhnliche Fundstücke darunter : So wurde eine Brieftasche mit Personalausweis, Führerschein und Fahrzeugpapieren gefunden. Auch ein Pass sowie ein Visum, eine Schlüsselkarte vom Flughafen Düsseldorf lagen im Straßengraben. Doch diese Dokumente wurden gesichert und werden heute im Ordnungsamt der Gemeinde Barleben abgegeben. So umtriebig dieser Sonnabend begann, so gesellig – mit Gegrilltem – klang der arbeitsintensive Tag aus.

Auch wenn die Sonne sich an diesem Sonnabend hartnäckig verweigerte, so sah man doch überall nur fröhliche Gesichter.