Wolmirstedt. Die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Trägerschaft des Bodelschwingh-Hauses öffnet erneut ihre Türen für die Öffentlichkeit : Morgen können interessierte Bürger in der Zeit von 13. 30 bis 17 Uhr den Beschäftigten in der Angerstraße über die Schulter schauen. Dabei werden sie sehen : Besonders der Berufsbildungsbereich hat sich in den vergangenen Monaten entwickelt. Neue Konzepte und Ideen sind im Bodelschwingh-Haus zur Umsetzung gekommen, die eine individuelle Förderung und Forderung möglich machen. " Im Eingangsverfahren können die Beschäftigten drei Monate lang testen, ob die Einrichtung zu ihnen passt ", sagt Ivette Kulka. Sie ist die pädagogische Leiterin in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. " Sollten sie sich danach für eine Ausbildung entscheiden, erwartet sie über ein Jahr eine theoretische Ausbildung, danach geht es in die unterschiedlichen Werkstattbereiche zum Praktikum. "

Im ersten Jahr ginge es aber nicht allein um Grundkenntnisse, wie zum Beispiel Materialkunde oder Arbeitsschutz, genauso würden die Beschäftigten in dieser Zeit in lebenspraktischen Abläufen geschult. " Handgriffe im Haushalt, der Umgang mit Geld, oder vielleicht der anstehende Auszug – es gibt viele Herausforderungen, die trainiert werden müssen ", sagt Kulka. Bleiben Fragen offen, können diese darüber hinaus auch in der so genannten " Werkstatt-Uni " gestellt werden. " Hier geht es zum einen um Allgemeinbildung, aber auch Themen wie Ernährung oder Stärkung des Selbstbewusstseins stehen auf dem Semesterplan.

Davon profitieren die Auszubildenden dann auch in den Arbeitsbereichen. Schnell erkennen sie, welches Arbeitsfeld am besten zu ihnen passt. " Küche, Wäscherei, Garten- und Landschaftspflege oder Montage – sie haben die Qual der Wahl. " Im Moment steht die Lattenrostproduktion hoch im Kurs ", weiß Ivette Kulka. Aber auch in den anderen Bereichen fände jeder seinen Platz. Deshalb sei es auch sehr selten, dass jemand nach den zwei Jahren im Berufsbildungsbereich nicht im Bodelschwingh-Haus bliebe. 125 Beschäftigte gibt es momentan insgesamt. Und die freuen sich auf möglichst zahlreiche Besucher am Tag der offenen Tür.