An den Standorten in der Glindenberger Straße, am Handwerkerring und in der Angerstraße werden derzeit 210 Menschen mit Behinderungen beschäftigt. Gestern wurde in die Angerstraße, wo sich die Hauptwerkstatt befindet, zum Tag er offenen Tür eingeladen.

Wolmirstedt. " Dies soll vor allem ein Tag der Begegnung zwischen Behinderten und Nichtbehinderten sein ", betonte gestern Ivette Kulka, pädagogische Leiterin in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, die in Trägerschaft des Bodelschwingh-Hauses ist, als zum Tag der offenen Tür in die Angerstraße eingeladen wurde. " Viele Menschen sind überrascht von den Leistungen, die von Behinderten erbracht werden. Deswegen gebe es den Tag der offenen Tür, an dem die Behinderten sich und ihre Arbeit und Leistungen einem breiten Publikum vorstellen könnten ", so ergänzte Produktionsleiter Guido Cracau. " Dies sei vor allem das Bedürfnis von den Behinderten. Schließlich sind die Produktionszweige hier vor Ort dieselben wie in der Industrie. Die Behinderten werden zwar begleitet und gefördert, jedoch sind sie in der Werkstatt so in einen industriellen anspruchsvollen Arbeitsprozess integriert. Und ihre Qualitätsarbeit wird nicht nur in der Automobilindustrie sehr gelobt. "

Der Rundgang am gestrigen Mittwoch durch die Hauptwerkstatt zeigte den Besuchern sehr nachhaltig, dass die Beschäftigten in dieser Werkstatt sehr zielgerichtet auf ihren beruflichen Einsatz vorbereitet werden. Ivette Kulka verwies darauf, dass die Beschäftigten zunächst im Berufsbildungsbereich – den jeder durchlaufen muss – sensibel und feinfühlig in einem dreimonatigen Eingangsverfahren auf die künftige Arbeit vorbereitet werden. Letztlich aber entscheidet jeder selbst, wo er arbeitet. " Innerhalb der Hauptwerkstatt halten die Mitarbeiter verschiedene Bereiche vor. Da ist zum einen die Arbeitsgruppe Montage, Demontage und Verpackung.

" Insgesamt sind es sechs Montagegruppen, die hier tätig werden ", erläuterte der Produktionsleiter. " Daneben aber bieten wir aber auch die Arbeitsgruppe Wäscherei und Näherei sowie Recycling und Metallbau an. "

Zudem sind unter dem Dach der Hauptwerkstatt in der Angerstraße auch die Bereiche Dienstleistungen, Windgenerator, Logistik sowie Landschafts-und Gartenpflege.

Während des Tages der offenen Tür konnten die Besucher nicht nur einen Blick hinter die Kulissen werfen, sie erfuhren auch interessante Fakten zur Geschichte und Entwicklung der Werkstatt.

Im Jahre 1991 wurde aus der seit 1977 bestehenden Arbeitstherapie heraus eine anerkannte, zertifizierte Werkstatt für Behinderte entwickelt. Die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen gemeinnützige GmbH gehört heute zu den sieben Tochterunternehmen der Bodelschwingh-Haus Wolmirstedt Stiftung. " Wir beschäftigen an unseren Standorten in der Glindenberger Straße, am Handwerkerring und in der Angerstraße derzeit 210 Menschen mit Behinderungen. Arbeiten zu können, das heißt soziale Kompetenzen entwickeln, und Teil des gesellschaftlichen Lebens zu sein ", erläuterte Ivette Kulka. " Wir bemühen uns, geeignete Personen für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Integration ist also auch in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen das oberste Ziel. "

Schnell wird dem Besucher deutlich : Geschultes Fachpersonal sorgt hier in der Angerstraße für eine individuelle berufliche Bildung und fachgerechte handwerkliche Anleitung. Und den Beschäftigten wird neben der berufsbezogenen Förderung auch eine arbeitsbegleitende Förderung angeboten.