Drei Schulen im Landkreis Börde kommen in den Genuss von Fördermitteln aus dem Schulbauprogramm der Europäischen Union. Vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt berücksichtigt wurden die Puschkin-Sekundarschule Oschersleben mit 4, 16 Millionen Euro, die Grundschule Drömlingsfüchse in Oebisfelde mit 2, 3 Millionen Euro sowie die Grundschule Niederndodeleben mit 800 000 Euro.

Landkreis Börde. Insgesamt 15 Schulen aus dem gesamten Landkreis Börde waren in einer Prioritätenliste für die zweite Antragsrunde auf EUFördergelder aufgelistet. Drei davon haben nun die Zusage auf Förderung erhalten. Am Dienstag gab die Staatskanzlei des Landes per Pressemitteilung die Begünstigten bekannt. Größtes Projekt im Landkreis ist der Umbau der Sekundarschule Puschkin in Oschersleben. 4, 16 Millionen Euro sind hier zugesagt worden.

Klenke : " Hier gibt es

noch Klärungsbedarf "

Allerdings werden der Landkreis als Träger der Sekundarschule und die Stadt Oschersleben ihre eigentlichen Pläne eines Schulzentrums aus Sekundar- und neugebauter Grundschule nicht so verwirklichen können wie gedacht. Denn vorgesehen war, das alte Backsteingebäude als reine Sekundarschule umzubauen. Derzeit sind hier Sekundarund Grundschüler untergebracht. Plan von Kreis und Stadt war nun, eine neue Grundschule sowie eine Turnhalle zu bauen. Somit wäre ein großes Schulzentrum entstanden. So stand es auf Platz eins bzw. zwei der Prioritätenliste.

Nun gibt es aber nur Geld für die Sekundarschule, der Grundschulneubau wurde gar nicht bedacht. Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke gestern zur Volksstimme : " Hier gibt es Klärungsbedarf, es geht nur beides im Zusammenhang. Wir wissen noch nicht, wie es zu der Entscheidung gekommen ist und was nun wird. " Eines ist aber schon klar : Die Stadt Oschersleben kann es sich nicht leisten, aus eigener Tasche eine Grundschule zu bauen. " Das geht bei unserer Haushaltslage auf keinen Fall ", so Dieter Klenke gestern.

Auch in der Kreisverwaltung gibt es im Fall Puschkin-Schule noch Klärungsbedarf. " Wir müssen jetzt mit der Stadt Oschersleben Kontakt aufnehmen und beraten, wie wir weiter vorgehen ", sagte Dezernent Joachim Hoeft auf Volksstimme-Nachfrage. Er freue sich über die zugesagten Gelder, doch wie weiter verfahren wird, müsse geklärt werden. Unklar ist für den Dezernenten auch noch, wie es zu der Entscheidung im Kultusministerium gekommen ist.

Große Freude hingegen herrschte gestern im Oebisfelder Rathaus. 2, 3 Millionen Euro bekommt die Einheitsgemeinde Stadt Oebisfelde-Weferlingen, um das ehemalige Gymnasium in Oebisfelde zur Grundschule auszubauen. Insbesondere freute sich Bürgermeisterin Silke Wolf. Denn für dieses Projekt hatte sie sich in der Vergangenheit besonders engagiert. " Es ist toll, dass es geklappt hat. Ich freue mich ", sagte Wolff. Dabei sah es zunächst nicht so gut für das Projekt Grundschulzentrum aus. Denn auf der kreislichen Prioritätenliste war das Oebisfelder Vorhaben nicht mit an der Spitze vertreten. Doch das Konzept aus der Allerstadt, zum Beispiel soll es integrative Klassen geben, habe wohl die Entscheidungsträger vom Land überzeugt.

Vorbereitungen sollen

schnell getroffen werden

In Oebisfelde werden nun die Vorbereitungen zum Umbau des Ex-Gymnasiums angekurbelt. Auch wenn Förderbescheide noch nicht vorliegen, können nach Angabe des Ministeriums die Bauanträge gestellt und Bauvorhaben vorzeitig begonnen werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Grundschulzentrum auf 2, 85 Millionen Euro. Die Kommune sitzt dabei mit 550 000 Euro Eigenmitteln, die abgesichert sind, im Boot.

Betroffen vom Umbau ist praktisch das komplette Gebäude. Von der Aula bis hinunter zur Heizung im Keller. Vorgesehen ist auch der Einbau eines Fahrstuhls. " Bis alles in die Wege geleitet ist, werden schätzungsweise sechs bis acht Wochen vergehen. Dann können wir mit den Arbeiten beginnen ", erklärte Bürgermeisterin Wolf.

" Standort ist damit

über Jahre gesichert "

Einziehen in das Zentrum sollen die Mädchen und Jungen einschließlich Hort der Grundschule Drömlingsfüchse. Die teilen sich seit Jahren die frühere Wilhelm-Bahnik-Oberschule mit den Sekundarschülern. Und hier profitiert indirekt wieder der Landkreis als Träger der Sekundarschule. Denn nun können die Sekundarschüler geschlossen in das Sekundarschulgebäude neben dem Ex-Gymnasium umziehen. Bislang sind im ehemaligen Gymnasium noch Sekundarschulklassenuntergebracht, weil im Sekundarschulgebäude nicht genug Platz ist, sagte Joachim Hoeft.

Freude herrschte gestern auch in Niederndodeleben. Ortsbürgermeister Wolfgang Schmidt zeigte sich freudig überrascht von der Nachricht. " Wir hatten erst für das nächste Jahr mit Geldern gerechnet – wenn überhaupt. Aber wenn es schon in diesem Jahr Geld gibt, dann freut uns das umso mehr ", sagte Wolfgang Schmidt gestern zur Volksstimme.

800 000 Euro soll Niederndodeleben für die Grundschule bekommen. Geplant ist hier ein Anbau. " Hort und Grundschule platzen aus allen Nähten. Darum wollen wir mit einem Anbau vernünftige Kapazitäten schaffen. Das ist ein wunderbarer Plan, mit dem der Standort über Jahre hinaus gesichert wird ", schwärmte Wolfgang Schmidt.

Zum Schwärmen ist der Stadt Haldensleben indes nicht zumute. Denn die Kästner-Grundschule ist vom Kultusministerium nicht berücksichtigt worden – obwohl sie in der Prioritätenliste weiter oben stand. Stadtsprecher Lutz Zimmermann gestern zur Volksstimme : " Die Entscheidung in Sachen Schulbauförderung ist der Stadt Haldensleben offiziell noch gar nicht bekannt, bislang gab es keine Rückinformation zum Antrag und zum Auswahlverfahren. Als erste Reaktion lässt sich sagen, dass die Stadt Haldensleben alle drei Schulen mit einem vernetzten Programm angemeldet hatte. Dieses Programm, bei dem sich die drei städtischen Grundschulen inhaltlich ergänzen, ist so nur erschwert umsetzbar. " Laut Kreis-Prioritätenliste war das Haldensleber Kästner-Konzept auf Rang vier gesetzt, Oebisfelde folgte auf Platz fünf, Niederndodeleben auf Rang sieben.