Haldensleben. Der 7. Bibliothekstag des Landes Sachsen-Anhalt stand gestern in der Stadt- und Kreisbibliothek Haldensleben ganz im Zeichen eines modernen Qualitätsmanagements. Der Landesverband der Bibliotheken sowie das Landesverwaltungsamt hatten Bibliothekarinnen und Bibliothekare eingeladen, um ihnen das derzeit laufende Projekt eines Qualitätsmanagement-Verbundes nahezubringen und das Interesse weiterer Bibliotheken daran zu wecken. Das Projekt dient der Zertifizierung von Bibliotheksangeboten mit dem Ziel, die Servicequalität der teilnehmenden Bibliotheken zu erhöhen und eine größere Kundenzufriedenheit zu erreichen. Das Projekt läuft noch bis zum Juni 2011.

Im Mittelpunkt der gestrigen Fortbildungsveranstaltung

stand auch die Frage, was die Bibliothek der Zukunft bieten und leisten muss, um den Nerv der Kunden zu treffen. Hartmut Glöckner, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, hob die Notwendigkeit eines Qualitätsmanagements hervor. Mit dem laufenden Projekt sei eine gute Basis geschaffen, um die Bibliotheken im Land besser aufzustellen. Gerade auch vor dem realen Hintergrund, dass das Land, die Landkreise und Kommunen sparen müssten. Das nehme teils abenteuerliche Züge an, fachliche Überlegungen stünden bei Entscheidungen oft gar nicht im Vordergrund.

Thomas Leimbach, Präsident des Landesverwaltungsamtes, sieht das Land mit insgesamt 206 kommunalen Bibliotheken gut aufgestellt. Das Versorgungspotenzial sei also hervorragend. Dennoch sehe er für die Bibliotheken Probleme. Neben der demografischen Entwicklung und enger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen kämen sich ändernde Ansprüche der Kunden sowie die eigenen Qualitätsansprüche hinzu. " Wir müssen wieder mehr Menschen an das Lesen heranführen – nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit der einladenden Hand. Sie sind bereits auf dem richtigen Weg mit Lesenächten, Autorenlesungen oder Buchbesprechungen ", sagte Leimbach vor den Teilnehmern. Er riet dringend davor ab, dass sich Bibliotheken noch mehr auf DVD-Verleih oder Computerspiele verlagern sollten. " Ich sage Ihnen, die mediale Vielfalt wird Sie erschlagen. Nötig ist eine Rückbesinnung auf das Buch, auf das Kerngeschäft ", so Leimbach.

Gabriele Herrmann, geschäftsführende Vorsitzende im Landesverband, die das Qualitätsmanagement-Projekt gestern detailliert vorstellte, warb für Kooperationen und Partnerschaften von Bibliotheken mit anderen kulturellen Einrichtungen. " Das ist wichtig, um das eigene Angebot punktgenau anbieten zu können ", sagte Gabriele Herrmann.