Wolmirstedt. Noch lange nach Mitternacht brannte in der Silvesternacht im Tierheim in der Angerstraße das Licht. "Das hatte seinen Grund" verriet Mitarbeiter Gerd Kemesies. "Haustiere, aber auch Wildtiere leiden gerade an Silvester unter extremen Geräuschbelästigungen, hervorgerufen durch die Böller und Raketen, die zum Jahreswechsel abgefeuert werden. Auch wenn wir am Stadtrand liegen, hier kracht es nicht weniger laut. Das heißt, sollte etwas passieren, sind wir gleich vor Ort bei unseren Tieren, um sie zu beruhigen."

Aus diesem Grund waren in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend gleich zwei Mitarbeiter fürsorglich im Tierheim. Neben Gerd Kemesies war es Evelin Horwitz, die ihren Dienst tat. Für die Mitarbeiterin kein Problem: "Zum einen feiere ich nicht so gern, zum anderen bin ich wie Gerd viel lieber bei den Hunden und Katzen. Und gerade jetzt, wo sie uns am dringensten brauchen." Wie aus der Angerstraße zu hören war, ist das Tierheim vom 31. Dezember zum 1. Januar auch gut belegt. 40 Katzen, 15 Hunde – darunter drei, die Herrchen und Frauchen zu Silvester in der Pension abgegeben hatten– und drei Kaninchen. "Am Ende ging alles gut", versicherte Evelin Horwitz mit Blick auf das zurückliegende Jahr, aber auch auf die Silvesternacht, die ohne Vorkommnisse blieb.

Das sah Rudolf Giersch genauso und zeigte sich sehr angetan von der stetig zunehmenden Tierliebe nicht nur der Wolmirstedter: "Die Zuneigung, ob nun in Form von Zuschüssen, Beistand, Spenden, die wir in den vergangenen zwölf Monaten als Tierheim erfahren haben, spricht dafür", so der Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Und wie aufs Stichwort kamen am Freitagvormittag Frank und Nancy Goldmann ins Tierheim. Und wie immer in den vergangenen Jahren zu Silvester, nie mit leeren Händen. "Weil wir an diesem Tag vor allem den Mitarbeitern mit einer Flasche Sekt und Süßigkeiten Danke sagen für ihren Einsatz", erläuterte Frank Goldmann. Und Ehefrau Nancy ergänzte: "Natürlich ist dann auch immer ein Leckerli für die Tiere dabei."