Wolmirstedt. Lange bevor am Freitag im Inselstaat Kiribati weltweit der erste Jahreswechsel gefeiert wurde, ließen es die Wolmirstedter Schützen schon so richtig krachen. "Und dies übrigens bereits seit 1993", verriet Manfred Schulz, der sportliche Leiter. "In den ersten Jahren ermittelten wir den Vereinsmeister, seit geraumer Zeit hat das Kind einen neuen Namen, ist es als Silvesterschießen in die Analen eingegangen." Geschossen wird wie eh und je mit den sogenannten Vorderladern, wobei Lang- und Kurzwaffen zum Einsatz kommen. Und der Wettkampf am letzten Tag des Jahres wird von den Mitgliedern gut angenommen. Insgesamt zehn, je fünf pro Disziplin, nahmen den Wettkampf auf. Doch in beiden Fällen hieß der Sieger Hans-Joachim Wolf und ist nicht zufällig auch noch der Vorsitzende des Schützenvereins 1863. Das mit den Siegern aber sah 2009 noch ganz anders aus. Da gewann Manuela Krüger bei den Lang- und Reinhard Witte bei den Kurzwaffen.

"Jetzt aber habe ich eine Brille, kann wieder schauen", lüftete der treffsichere Schütze ein offenes Geheimnis. Geschossen wurde mit den Langwaffen aus 50 Meter Entfernung auf eine Zehnerscheibe, bei den Kurzwaffen sind es 25 Meter. Jeder Schütze darf 13 Schüsse abgeben, die besten zehn Treffer werden addiert. 81 Ringe reichten Hans-Joachim Wolf für den ersten Platz. Kurt Flohr schaffte ebenfalls 81 Ringe, die aber genügten "nur" für Platz zwei. Friedrich Kunze kam mit deutlichem Abstand (67) auf Platz drei. Während der Vorsitzende des Schützenvereins schon vor dem ersten Schuss mit der Langwaffe als klarer Favorit gehandelt wurde, überraschte der Sportschütze dann doch die starke Konkurrenz mit seinem ersten Platz mit der bedeutend kleineren Waffe. Auch hier traf er vorwiegend mitten ins Schwarze, ließ sich nach einem tollen Wettkampf beachtliche 81 (!) gut schreiben. Platz zwei ging an Henning Ertel (79). Wolfgang Witte (77) freute sich über Bronze. Dass der Sieger mit zwei neuen Pokalen ins neue Jahr ging, soll nicht unerwähnt bleiben. Ebenso, dass sich die Schützen, tüchtig (mit Glühwein) zuprosteten. Aber etwas anders als zu Silvester eigentlich üblich, nämlich erst nachdem sie es haben richtig krachen lassen.