Der Jahreswechsel war im besten Sinne des Wortes feuchtfröhlich. Oder anders ausgedrückt: Wer nach 24 Uhr für das obligatorische Feuerwerk vor die Tür trat, der bekam nicht nur in Wolmirstedt feuchte Füße. Denn zum Jahreswechsel setzte Tauwetter ein. Doch vor und nach der Knallerei ging so richtig die Party ab

Wolmirstedt. Vom nasskalten Winterwetter ließen sich die Wolmirstedter und ihre Gäste am vergangenen Freitag nicht abhalten, rutschten und schlitterten schon Stunden vor Mitternacht über spiegelglatte Straßen zu den Veranstaltungsorten. Und derer gab es in der Ohrestadt unendlich viele.

Aber deshalb gleich von einer Partymeile zu reden, ist leicht übertrieben. Aber es kann versichert werden, auch im Jahre zwei nach der 1000-Jahr-Feier wurde lautstark und feuchtfröhlich der Nachweis erbracht – die Ohrestädter sind "Feierbiester".

Zum Beispiel die 62 Gäste in der historischen Auerbachsmühle. Doch anders, als in den anderen Lokalitäten, wird hier nicht nur getrunken, was der Zapfhahn hergibt. Nein, hier wird alle Jahre wieder zum Jahreswechsel ein Bildungsauftrag erfüllt. Wie auch Renate Weißbach auf Nachfrage der Volksstimme zur vorgerückten Stunde erläuterte: "Unser Silvesterparty hatte Deutschland zum Thema", so die gestandene Gastronomin. "Das bedeutete, die Tische wurden nach Bundesländern aufgeteilt, landestypisch dekoriert und die Gäste nach Wunsch platziert."

Man soll es aber nicht glauben, alte und neue Bundesländer verstanden sich. Zwischen Süd und Ost, West und Nord gab es außerdem keine Sprachbarrieren. Weshalb auch, hinterfragte Angela Hennig, die mit 16 Parteigängern aus Lindhost den weiten Weg in die ehemalige Kreisstadt antrat. "Wir kommen schon seit drei Jahren in die Mühle und haben gemeinsam mit den übrigen 46 Stammgäste hier stets richtig viel Spaß." Wie zudem die Lindhorsterin, die in ihrem Dirndl als Bayerin auszumachen war, lange vor 24 Uhr verriet, wird man sich spätestens in 365 Tagen an gleicher Stelle hier wieder treffen.

Im Schlosskeller auf der altehrwürdigen Schlossdomäne setzt man zum Jahreswechsel dagegen auf Kontinuität. Das heißt, alle Jahre die gleichen (netten) Gäste, die auf ihre angestammten Tische bestehen. Einer, der von der Silvesterparty hinter diesen dicken Mauern nicht genug bekommen kann, ist Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander: "Hier stimmt noch das Gesamtpaket. Essen ausreichend und gut, Trinken süffig und bekömmlich. Und dann noch eine Gemeinschaft, die es versteht, zu feiern". Wie lange die Party ging, konnte Gastgeberin Christine Maluck dann gar nicht genau sagen: "Das neue Jahr war schon mächtig alt."

Die passionierten Radfahrer Gerda und Jörg Bonewitz lieben "eingefahrene" Weg. Daher konnten sich die beiden auch gar nicht so exakt erinnern, wie oft sie mit ihren Freunden bereits zu Silvester im Katharinensaal "geparkt" haben. "Fakt ist, dass dieser ,Zischenstopp‘ nach einem nicht ganz stressfreien 2010 wieder sehr ausgelassen war."

Nicht bestätigen konnte dagegen Jörg Bonewitz den Fakt, dass man bei dieser Feier Kraft für ein ganzes Jahr tanken könne. "Tatsache ist aber, dass man hier jedes Mal auf Neue schwungvoll ins neue Jahr rutschen kann. Und allein das macht mich schon recht optimistisch, was 2011 betrifft."

Bilder