Samswegen/Groß Ammensleben. Anscheinend warten viele Grundeigentümer sehnsüchtig auf das angekündigte Tauwetter. Jedensfalls nehmen es einige nach dem Jahreswechsel mit der Räum- und Streupflicht nicht mehr so genau. Diesen Eindruck hat Volksstimme-Leser Bernd Lauenroth gewonnen. So sei beispielsweise im Großraum um die Samsweger Kirche wenig gestreut. Die nahe Bushaltestelle, der Geldautomat im ehemaligen Dessauschen Ausstellungspavillon und auch die Kindertagesstätte am Kirchplatz seien nur unter besonderer Vorsicht zu erreichen. Auch den Lindenweg im früheren Ortsteil Bleiche nennt er als Negativbeispiel. Er wünscht sich vom Ordnungsamt der Gemeinde mehr Kontrolle und auch Ermahnung der säumigen Grundstücksbesitzer. Daniela Baars von der Ordnungs- und Sozialverwaltung der Gemeinde wehrt ab. Auch nach einem etwaigen Tauwetter am Wochenende würden die regelmäßigen Kontrollfahrten zum Aufspüren von Gefahrenpunkten und gefährlich glatten Stellen fortgesetzt. Baars: "Schließlich geht der Winter noch ein paar Wochen weiter."

Der Betriebshof in Groß Ammensleben arbeite im Schichtbetrieb, um gemeindliche Flächen in den Ortsteilen zu beräumen und abzustupfen. Auch über die Weihnachtsfeiertage seien die sieben Kollegen im Einsatz gewesen, unterstreicht Baars.

Allerdings nehme die Niedere Börde von der Praxis Abstand, bei Verletzung der Räum- und Streupflicht großartige Bußgelder zu verhängen. Die Gemeinde setze auf die Einsicht der Betroffenen bei schriftlicher oder mündlicher Ermahnung. Bürgermeisterin Erika Tholotowsky ist der Meinung, dass die Bürger verlernt hätten, mit dem Winter umzugehen. "Darum sollte jeder sich ein bisschen anstrengen und Kompromisse schließen. Dann kommen weniger Klagen", meint sie.