In zwei Gruppen geteilt, zogen am Mittwoch die Sternsinger durch die Stadt. Nach der Premiere im Vorjahr, hatten sich Kinder der evangelischen und katholischen Gemeinde ökumenisch auf den Weg gemacht, um Geld für notleidende Kinder zu sammeln. Nach ihrer Tour durch Firmen und Privathaushalte hatten sie fast 800 Euro in den Spendenbüchsen.

Wolmirstedt. Im Wohnzimmer von Claudia und Klaus Hahn duftet es nach Weihrauch. Sohn Noah-Benedikt hat sich für den Besuch, den die Familie erwartet, sogar verkleidet. Traditionell erwarten die Farsleber rund um den Dreikönigstag den Besuch der Sternsinger.

Neun Mädchen und Jungen hatten sich gestern mit ihren Betreuern auf den Weg gemacht. Bereits zum zweiten Mal bestand die Gruppe aus Kindern der evangelischen und der katholischen Gemeinde. Jürgen Bednorz besuchte mit Elena Rudolph, Sigrun Karow, Robin und Kilian Gutsche sowie Marit Giechau Unternehmen und Privathaushalte in der Stadt. Seine Frau Silke Bednorz betreute zusammen mit Olaf Schöning die zweite Gruppe, fuhr mit Elisabeth Singer, Lorenz Schöning, Hanna Jauch und Philipp Bednorz übers Land, besuchte Familien in Farsleben, Mose und Rogätz,

33 Auftritte standen für den gestrigen Tag auf der Liste. Die Sternsinger gaben jeweils zwei Lieder zum Besten, sprachen den Segen und brachten ihn mit Aufklebern oder Kreidezeichen an die Haustüren an. Bevor sich die Gruppen trennten, gab es gleich am Morgen noch einen gemeinsamen Besuch bei der Stadtverwaltung, wo sich Bürgermeister und Mitarbeiter im Foyer versammelt hatten, um den Sternsingern zu lauschen. Nicht nur für Familie Hahn, die zur katholischen Gemeinde Wolmirstedt gehört, ist dieser Akt bedeutsam. "Ich finde es wichtig, dass unser Haus und damit auch unsere Familie jedes Jahr den Segen bekommt. Das ist nicht nur für uns schön, sondern auch ein Bekenntnis, ein sichtbares Zeichen", erzählt Vater Klaus. Für die Sternsinger, die sich jährlich und bundesweit rund um den Dreikönigstag auf den Weg machen, hat er nur lobende Worte. "Ich finde es beachtlich, dass sich so viele Kinder aus einem Wohlstandsland freiwillig aufmachen, um die Botschaft der Heiligen Drei Könige zu verkünden und Spenden zu sammeln für Kinder, denen es nicht so gut geht", so der Farsleber.

Der Kassensturz erfüllte die Sternsinger dann auch mit Stolz. Insgesamt kamen bei den 33 Besuchen 770 Euro zusammen. "Zusätzlich haben wir gestern in beiden Kirchen gesammelt. Das brachte noch einmal 203,15 Euro", wußte Jürgen Bednorz. Das Geld wird nun über die Mission der Sternsinger für Kinder in Kambodscha gespendet.

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