Groß Ammensleben. Dass die Groß Ammensleber Ortsfeuerwehr mit ihrer Jahreshauptversammlung am Abend vor dem Dreikönigstag immer eine der ersten Feuerwehren ist, hat schon Tradition. Doch in diesem Jahr standen nicht nur der Rechenschaftsbericht des zurückliegenden Jahres, Beförderungen, Berufungen und Ehrungen auf der Tagesordnung, sondern auch die Wahl eines neuen Ortswehrleiters und seines Stellvertreters.

Da bisher die notwendigen Qualifikationen fehlten, wurde die Führungsspitze der Wehr nach der letzten Wahl nur kommissarisch bestellt. Die Frist war abgelaufen, eine erneute Wahl notwendig. Martin Vagel stellte sich als stellvertretender Ortswehrleiter nicht wieder zur Verfügung, mit Torsten Wiegel fand sich aber ein anderer Kandidat, der an dieser Funktion Interesse bekundete und auch die entsprechende Qualifikation vorweisen kann. Ebenso hat Martin Kutscha inzwischen alle erforderlichen Lehrgänge absolviert, so dass er sich wieder als Ortswehrleiter zur Wahl stellte.

Und die fiel klar aus: Von 32 stimmberechtigten Kameraden votierten in geheimer Wahl 28 für ihn. Bei Torsten Wiegel lag das Stimmenverhältnis bei 21 Ja- Stimmen zu 11 Nein-Stimmen. Ein zweiter Wahlgang war durch das klare Verhältnis nicht notwendig. Die offizielle Berufung der Beiden erfolgt auf der nächsten Sitzung des Gemeinderates der Niederen Börde.

Martin Kutscha erinnerte in seinen Dankesworten daran, dass es die Konstellation Wiegel / Kutscha an der Führungsspitze der Groß Ammensleber Wahl schon einmal gegeben hat. Damals waren es Martin Kutschas Vater Alfons und Torsten Wiegels Vater Helmut. "Das waren wohl die erfolgreichsten Jahre der Groß Ammensleber Feuerwehr. Daran können wir uns messen und ich hoffe, wir können das Maximale für Euch und für uns herausholen", so Kutscha.

Allerdings war ein Dienstanweisungs-Entwurf der Verwaltung, der das Wahlprozedere in klare Bahnen lenkte, zuvor auf viel Kritik gestoßen. "Warum so kompliziert, wenn es auch einfach geht" war der Tenor. Außerdem waren einige Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung verschnupft, dass nur die Einsatzabteilung, derzeit 42 Kameraden und Kameradinnen, wählen durfte.

Dennoch konnte der alte und neue Ortswehrleiter eine positive Bilanz des vergangenen Jahres ziehen. Insgesamt 44 Stunden waren die Kameraden bei 25 Einsätzen aktiv. "Das sind fünf Einsätze mehr als 2009, und es ist eine hohe Zahl", so Kutscha. Von den Einsätzen fallen zwölf in die Kategorie Technische Hilfeleistung, acht waren Brände, und der Rest waren Fehlalarme und Auslösungen von Brandmeldeanlagen. Die Groß Ammensleber Kameraden halfen aber nicht nur in der eigenen Ortschaft, sondern auch häufig über die Ortsgrenzen hinaus. Da es nicht immer einfache Hilfeleistungen sind und die Kameraden nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzen, gebührte ihnen und ihren Familien ein besonderer Dank der Bürgermeisterin Erika Tholotowsky.

Neben dem Einsatzgeschehen, bestimmten aber auch zahlreiche Ausbildungsstunden und Lehrgänge, Wettkämpfe sowie Veranstaltungen, die die Kameradschaft von der Jugendfeuerwehr (derzeit 19 Mitglieder) bis zur Alters- und Ehrenabteilung (derzeit 18 Mitglieder) fördern, die Aktivitäten in der Ortsfeuerwehr. Auch im Kulturleben der Ortschaft sind die Kameraden eine feste Bank.