Groß Ammensleben (kd). Aus Feldsteinen wurde sie dereinst errichtet, vermutlich um das Jahr 1875: die viergeschossige Holländerwindmühle im Süden von Groß Ammensleben. Es handelt sich um eine sogenannte Turmwindmühle mit Jalousiefügeln und Windrose. Nach Angabe von Denkmalschützern war die Anlage ungefähr bis zum Zweiten Weltkrieg in Betrieb. Vermutlich wurden zu Kriegsende in das Objekt russische Soldaten "einquartiert", die einen Teil des Inventars verheizt haben. Als der Müller aus der Kriegsgefangenschaft kam, wollte er die Mühle nicht wieder in Nutzung nehmen, da das Innere ziemlich verwüstet war. Diese Geschichte ist allerdings nicht hundertprozentig verbürgt. Das Flügelkreuz war bis in die 1970-er Jahre hinein vorhanden. Später brach ein Flügel ab, die Reste wurden Anfang der 1980-er Jahre vom damaligen VEB Denkmalpflege Magdeburg (jetzt Paul Schuster GmbH) demontiert. Erhard Jahn, heute Kreisdenkmalpfeger und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, damals Produktionsdirektor dieser Firma, setzte sich nachdrücklich für das technische Denkmal ein. Das Objekt sollte zu einer Gaststätte mit Erlebnisgastronomie (ähnlich der Mühle in Dorf Mecklenburg zwischen Schwerin und Wismar) ausgebaut werden. Doch dann kam die politische Wende dazwischen. Das Projekt wurde nicht mehr verwirklicht. Durch die damalige Eigentümerin wurden in der Folgezeit zumindest kleinere Reparaturen am Dach veranlasst. Der rückwärtige Anbau wurde zuweilen als Gartenlaube genutzt. Der Garten befindet sich auf der Straßenseite.