Rassegeflügelzüchter und interessierte Freunde des Federviehs pilgerten am Wochenende in die Eichenbarleber Sporthalle. Der Rassegeflügelzuchtverein "Schackensleben und Umgebung" hatte zu seiner Jahresschau, der größten im Landkreis und einer der größten Ortsschauen in ganz Sachsen-Anhalt, eingeladen.

Eichenbarleben/Schackensleben. 700 Tiere präsentierten am Wochenende die 81 Aussteller, darunter acht Jugendzüchter und viele Gastausteller. Die Palette der Tiere reichte von Puten und Gänsen über Entenrassen bis hin zu Zwerg- und Großhühnern sowie Taubenrassen in den verschiedensten Farben und Formen. Das Zuchtniveau ist traditionsgemäß hoch, weshalb seit Jahren Züchter aus Nah und Fern die letzten Tiere für die neue Zuchtsaison in Eichenbarleben kaufen.

Allerdings: "In diesem Jahr liegen die Bewertungen der Preisrichter im Durchschnitt etwas unter dem Niveau der Vorjahre", erklärte der Ausstellungsleiter und Vereinsvorsitzende Andreas Stöhr. Gründe dafür sind vor allem der lange Winter 2009 und der wechselhafte Sommer mit enormen Hitze- und heftigen Niederschlagsphasen gewesen. "Vor allem das Wassergeflügel hat unter dem langen, harten Winter gelitten und die Hitze im Sommer sorgt bei allen Geflügelrassen für Stress, wie das bei Menschen auch ist", erläuterte Stöhr.

Dennoch wurde am Wochenende 14 Mal das höchste Bewertungsprädikat "vorzüglich" und 41 Mal die zweithöchste Bewertung "hervorragend" vergeben.

Den Titel für die besten Stämme eroberte die Zuchtgemeinschaft Hackfurth/Lilienthal. Das Trio Hilmar/Stefanie Hackfurth und Tochter Anika Lilienthal räumten darüber hinaus in allen Wertungen, in denen es angetreten war, beste Plätze ab und hatte dabei auch noch Pech. Denn: In der Vereinsmeisterschaft für Groß- und Wassergeflügel belegten sie mit ihren Streicherenten den zweiten Platz punktgleich hinter Vereinsmeister Tino Hackfurth. Das gleiche Bild in der Zwerghühner-Wertung: Wieder punktgleich kam die Zuchtgemeinschaft mit ihren weißen New Hampshire auf Rang zwei hinter Vereinsmeister Stefan Brücher. Stefan Brücher wiederum bewies ebenfalls familiäres Züchterblut, denn neben seinem Titel gewann auch sein Großvater Alfred Baumann die Meisterschaft bei den Großhühnern. Alfred Baumann ist Gründungsmitglied des Vereins und mit seinen 83 Jahren ältestes Vereinsmitglied.

Um den Nachwuchs im Verein ist es auch wieder besser bestellt. Mit Adrian Weitz und Nele Möhring haben zwei Mitglieder die Rassegeflügelzucht für sich entdeckt. Beide stammen übrigens nicht aus einer Züchterfamilie. "Es ist heute eher selten, dass Kinder ohne familiäre ¿Vorbelastung‘ den Weg zu unserem Hobby finden. Um so mehr freut es uns, dass diese Leidenschaft bei den Kindern ankommt", unterstrich Andreas Stöhr, der seinerseits zur feierlichen Eröffnung überrascht wurde. Er bekam für sein 30-jähriges Engagement im Verein die goldene Ehrennadel des Landesverbandes der Rassegeflügel- züchter überreicht. Stöhr selbst bedankte sich bei seinen Vereinsfreunden, bei den Sponsoren und Ehrengästen für die Unterstützung im Vorfeld der Schau. Dann ging es zum traditionellen Rundgang, bei der der Vereinsvorsitzende wieder von seinem scheinbar unendlichen Wissen rund um die Geflügel- und Taubenrassen in aller Welt berichtete (siehe auch neben stehenden Bericht).