Die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Jersleben mussten im zurückliegenden Jahr lediglich zu einem Brand (Milchviehanlage Samswegen und zwei Hilfeleistungen (entlaufene Tiere, ausgelaufenes Öl nach Unfall) ausrücken. Für Ortsbürgermeister Roland Hiller ist diese Tatsache Ausdruck dafür, dass die Bewohner verantwortungsbewusster mit ihrem Eigentum umgehen.

Jersleben. Ortswehrleiter Steffen Wetterau benutzte im Verlaufe der fast zweistündigen Jahreshauptversammlung der Jersleber Blauröcke sehr oft das Wort "Danke". Nicht alles sei selbstverständlich, unterstrich er. Viele der Kameradinnen und Kameraden hätten unzählige Stunden ihrer Freizeit in den Dienst der Sache gestellt. Vor allem jene Fünf, die im September in Potsdam die aus drei Teilen bestehende Führerscheinprüfung für das neue Einsatzmittel auf dem Wasser abgelegt hatten. Die praktische Ausbildung war an einem fremden Boot im mecklenburgischen Grabow bei Ludwigslust erfolgt. Der Landkreis Börde hatte ein vor der Ausmusterung stehendes Motorboot für 1 Euro zum Verkauf ausgeschrieben. Die Jersleber bewarben sich und erhielten den Zuschlag. Zum Tag der offenen Spritzenhaustür Anfang Oktober wurde das wieder flottgemachte Fahrzeug der Öffentlichkeit vorgestellt und von Gemeinde-Bürgermeisterin Erika Tholotowsky auf den Namen "Flocke" getauft. Tholotowsky sprach auf der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus gleichen Namens ein Grußwort. Sie dankte den Familien der Wehrangehörigen für das übers Jahr aufgebrachte Verständnis. Die erste Frau der Niederen Börde findet es lobenswert, dass die Wehrleitung vierteljährlich zu Wochenend-Ausbildungen übergehen will. Sie findet es gut, dass sich die Blauröcke in das örtliche Leben einbringen, beispielsweise zusammen mit den Jagdgenossen und den Freunden vom Heimatverein alljährlich reinen Tisch in der Feldmark machen oder vor Rentnern über Fragen des Brandschutzes referieren. Tholotowsky sicherte logistische Unterstützung für das Ende August geplante Camp der Kinder- und Jugendwehr an der Elde bei Grabow zu, immerhin sind 13 Schulkinder und deren Betreuer zu transportieren.

Ortsbürgermeister Roland Hiller lobte in seinem Grußwort, daß vor allem bei der Kinderwehr das Nützliche mit dem Spaß verbunden wird. Dass das so ist, ging aus dem mündlich vorgetragenen Erlebnisbericht der kleinen Rica Stietzel, neun Jahre alt, hervor. Sie brachte die Ferienfreizeit der Jugendfeuerwehren des Landkreises im KiEZ Güntersberge in Erinnerung. Aus der Niederen Börde fuhren 24 Kinder dorthin. Rica denkt gerne an das Neptunfest am 31. Juli am Bergsee zurück. Auch die Paddeltour fand sie spitze. 2012 würde sie gern wieder hinfahren.

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