Das Hochwasser der Elbe hat nun auch den Altkreis Wolmirstedt erreicht. Seit gestern 14 Uhr werden in Glindenberg, nachdem die Alarmstufe 3 ausgerufen wurde, die Deiche entlang der Elbe auf einer Strecke von sieben Kilometern rund um die Uhr kontrolliert.

Glindenberg. "Noch ist es eine reine Vorsichtsmaßnahme, die der Gesetzgeber vorschreibt", betont Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander, der gestern bei der ersten Beratung und der Einweisung der Deichgruppen im Feuerwehrgerätehaus dabei war. Das sieht für den Moment Roland Ambrosch vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft genauso: "Natürlich haben wir Hochwasser, deshalb ist auch Vorsicht geboten. Doch noch ist keine Gefahr im Anzug." Wie der Experte aber versicherte, kann sich die Situation schnell ändern, dann nämlich, wenn der Scheitel der Elbe 6,15 Meter erreicht hat. Damit wird s am Donnerstag gerechnet: "Und so ist es nur gut und richtig, dass der Deich bei Glindenberg ab sofort zwischen der Trogbrücke und Heinrichsberg viermal binnen 24 Stunden abgelaufen wird."

Die Stadt Wolmirstedt traf im Vorfeld alle notwendigen Vorbereitungen, um für den Hochwasser-Notfall in Glindenberg gewappnet zu sein. Wie der Bürgermeister Dr. Zander betonte, konnte die Stadtverwaltung dabei auf die reichen Erfahrungen der Glindenberger zurückgreifen.

"Nach dem Hochwasser von 2002 und 2005", so weiß Eckhard Klinke, "haben wir es binnen acht Jahren jetzt zum dritten Mal mit dem Hochwasser zu tun. Das heißt, wir kennen die Problematik, verfügen über die nötige Erfahrung." Der Glindenberger gehörte ebenso wie Detlef Görges, Gabriele und Hartmut Ribbe, gestern um 14 Uhr zu denen, die als Erste zur Kontrolle der Deiche aufbrachen.

Dirk Illgas von der Stadtverwaltung verwies darauf, dass darüber hinaus um 20 Uhr, nachts um 2 Uhr und dann um 8 Uhr die Deiche in Augenschein genommen werden. Und selbst in den Nachtstunden sind die Deichwachen nicht sich selbst überlassen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Marlis Cassuhn, die ebenfalls an der Beratung teilnahm, ließ wissen, dass sie die einzelnen Gruppen nach dem Kontrollgang aufsuchen wird: "Und das werden wir beibehalten", so Cassuhn, "um unmittelbar informiert zu sein, aber auch, um helfen zu können." Auch Die Wachzentrale im Feuerwehrgerätehaus ist seit gestern rund um die Uhr besetzt. Wie der stellvertretende Ortswehrleiter Mirko Ohrstedt bestätigte, ist die Bereitschaft zu helfen, nicht nur bei den Kameraden, sondern auch in der Bevölkerung sehr groß: "Das heißt, wir hatten und haben keine Sorge freiwillige Helfern zu finden."

In Wolmirstedt weiß man aber auch, dass nicht nur Glindenberg mit dem Hochwasser zu kämpfen hat. So verwies der Bürgermeister Dr. Zander in der Beratung darauf, dass seit gestern zusätzlich ein Telefon (039 201/6 47 31) frei geschaltet wurde, das täglich von 7 bis 18 Uhr besetzt ist und wo man sich Rat holen kann.

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