Die Gemeinde Bornstedt existiert seit der Zwangszuordnung zur Einheitsgemeinde Hohe Börde am 1. September 2010 nicht mehr, aber das Gemeindeleben hat Bestand und Zukunft. Dafür steht namentlich der neu gegründete und inzwischen beim Amtsgericht Stendal eingetragene "Gemeindeverein Bornstedt (Börde) e.V.".

Bornstedt. Bereits bei der Vorbereitung des 1040-jährigen Dorfjubiläums im vergangenen Jahr deutete sich die Vereinsgründung an. Das Ende der kommunalen Selbständigkeit vor Augen und die Sorge um die Zukunft des Heimatdorfes im Herzen, scharten sich einige engagierte Dorfbewohner rund um den Kern des Festkomitees für das Dorfjubiläum und bereiteten bis zum Herbst die Gründung des Vereins vor. Am 19. Oktober 2010 gründeten neun Bornstedter den "Gemeindeverein Born- stedt (Börde)". Seit dem 14. Dezember ist der Verein als gemeinnützig anerkannt und ins Vereinsregister eingetragen.

"Wir wollten bewusst den Bezug zur Gemeinde auch im Vereinsnamen tragen, die Vereinsgründung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Verlust der politischen Eigenständigkeit unseres Dorfes", betont der Vereinsvorsitzende Thomas Grünberg.

Grünberg selbst war noch vor dem Anschluss von Born- stedt an die Gemeinde Hohe Börde aus dem Bornstedter Gemeinderat ausgetreten. "Ohne Endzeitstimmung verbreiten zu wollen: Viel haben wir Bornstedter wohl nicht von der Einheitsgemeinde zu erwarten. Wenn wir etwas bewegen wollen, müssen wir Born- stedter das schon selbst tun. Das war eines der wesentlichen Motive der Gründungsmitglieder unseres Gemeindevereins. Wir verstehen uns aber nicht als Ersatzgremium für den früheren Gemeinderat oder den Ortschaftsrat", erklärte Grünberg.

Wichtig seien die Ziele, die bereits in der Vereinssatzung formuliert wurden. Dazu zählen die Wahrung und Pflege des Brauchtums von Bornstedt, die Traditionspflege und die Pflege der kulturellen und historischen Identität der Born- stedter Bürger mit ihrem Dorf und ihrer Region.

Ihre Ziele wollen die Vereinsmitglieder durch die Veranstaltung von Heimatfesten, von Ausflügen und Wanderungen erreichen. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde sollen Konzerte und Ausstellungen organisiert werden. Auch Kreativzirkel und eine Theatergruppe könnten aufgebaut werden. Darüber hinaus sollen die plattdeutsche Sprache und plattdeutsche Schriften erhalten und die Dorfgeschichte durch Recherchen in Archiven und Chroniken erforscht werden. Auch der Erhalt von Kulturgütern wie der Kirche, von Denkmalen oder von historischem Ackergerät ist ein Ziel.

Für ein "ganz wesentliches Ziel" hält Thomas Grünberg die Organisation von Arbeitseinsätzen zur Verschönerung des Dorfes. Bei regelmäßigen Treffen will der Verein die Ziele schrittweise umsetzen.

Am Dienstagabend traf sich der Gemeindeverein, um den in der Satzung formulierten Zielen nun konkrete Taten folgen zu lassen.

So bereitet der Verein für Freitag, den 18. Februar, eine Versammlung für alle Born- stedter im Bürgerhaus "Anger- eck" vor. Auf dem Informationsabend will der Verein noch einmal ausführlich über Sinn und Zweck seiner Gründung und seines Wirkens berichten und Bürger für eine Mitarbeit gewinnen. "Wir haben bisher noch nicht viel Aufhebens von unserem Verein gemacht. Einige Bornstedter wissen deshalb noch gar nicht, dass es uns gibt. Damit wollten wir warten, bis alle Formalitäten der Vereinsgründung unter Dach und Fach sind. Jetzt es endlich so weit", betonte Grünberg. Die Bürgerversammlung am 18. Februar beginnt um 19 Uhr.

Eine weitere Veranstaltung ist für Anfang Februar mit einer Grünkohlwanderung ge- plant. Über den genauen Termin wird die Volksstimme demnächst informieren.