Landkreis Börde. Angesichts des sinkenden Elbe-Pegels kann voraussichtlich schon heute, spätestens am Sonn- abend, die Hochwasserwarnstufe 4 im Landkreis Börde auf die Warnstufe drei gesenkt werden. Christian Pluder vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt umriss gestern die aktuelle Lage in kurzen Worten: "Der Hochwasserscheitel der Elbe ist erreicht, es gibt keine nennenswerten Schäden. Nun steht die Aufgabe, die Deiche in den nächsten zwei Tagen unvermindert zu kontrollieren." Die Vorausschau prognostiziert rückläufige Pegelstände in den nächsten Stunden. Pluder gestern: "Wenn es keine weiteren Änderungen gibt, können wir Freitag, spätestens am Sonn- abend, die Hochwasserwarnstufe von der 4 auf die 3 herabsetzen."

Die Deichkontrolleure der Stadt Wolmirstedt und der Gemeinde Elbe-Heide sind zurzeit – und aller Voraussicht nach auch in den nächsten Tagen – im zweistündigen Rhythmus unterwegs, um mögliche Gefahrenstellen ausfindig zu machen, informierte Kreissprecher Uwe Baumgart gestern.

Unterstützung hat der Landkreis gestern von der Stadt Halle erhalten: Die Stadt Halle hatte dem Krisenstab am Mittwoch das Angebot gemacht, 6 000 bereits gefüllte, in Halle jedoch nicht mehr benötigte Sandsäcke zu liefern – und das sogar kostenfrei. "Um auf alle Eventualitäten, auch mit Sicht auf das bevorstehende Wochenende vorbereitet zu sein, ist der Krisenstab auf dieses Angebot zurückgekommen", erklärte Uwe Baumgart.

Die ersten Paletten sind gestern im Laufe des Tages in der Farsleber Kiesgrube bereits eingetroffen, der Rest erreichte den Landkreis am Donnerstagabend. Durch diese Reserve können nun die Stadt Wolmirstedt und die Gemeinde Elbe-Heide ihre eigenen, auch für den Landkreis vorgehaltenen Säcke in eigener Regie an den Brennpunkten verbauen.

Angesichts der sich entspannenden Lage wird das eingerichtete Bürgertelefon zum Hochwasser heute Abend ab 20 Uhr abgeschaltet. Von 8 bis 20 Uhr können Interessierte heute noch unter der Rufnummer (0 39 04) 72 40 38 07 aktuelle Auskünfte einholen.

Die Bode hatte im Kreisgebiet in der Nacht zum Donnerstag kurzzeitig die Werte der Hochwasserwarnstufe 4 (1,95 Meter) erreicht. Die Stufe 4 wurde durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz jedoch nicht ausgerufen. Dies führte zu einigen Irritationen im betroffenen Gebiet, so Uwe Baumgart. Die Lage dort, die unter Regie der Stadt Oschersleben und der Gemeinde Westliche Börde beobachtet wird, hat sich nicht verschärft. Fachliche Beratung gibt die Untere Wasserbehörde des Landkreises Börde. Jens Paasche, Sachgebietsleiter der Unteren Wasserbehörde, selbst Fachberater des Umweltamtes im Krisenstab des Landkreises, erklärte: "Die Mitarbeiter meines Sachgebietes haben sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Es gibt einige Probleme zum Beispiel mit dem steigenden Grundwasserspiegel und der Ausbreitung der Bode in die Überschwemmungsgebiete, die gemeinsam mit den Verantwortungsträgern der Gemeinden beobachtet und wenn möglich auch gelöst werden."

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