Was macht der Landwirt in der Winterzeit, wenn er nicht pflügt, eggt und sät? Er schneidet die Wege frei, damit er zur Bestell- und Erntezeit ungehindert auf seine Felder kommt. So gestern beobachtet bei der Ohreland KG an den Schlägen rings um Samswegen.

Samswegen. "Der Rückschnitt von Feldgehölzen an Feldrändern und Wegen wurde in den zurückliegenden zwanzig Jahren überall stark vernachlässigt", weiß Tim Koesling, Gesellschafter der Samsweger Ohreland KG. "Feldwege begannen zuzuwachsen. Gehölze wuchsen immer weiter in die Äcker und Wiesen hinein", schildert Landwirt Koesling die Folgen dieser Situation. "Es wurde über dieses Problem viel geredet, ab wenig Konkretes getan."

Die Ohreland KG hat in den zurückliegenden Jahren versucht, die dringendsten Arbeiten von Hand unter Zuhilfenahme einer Motorsäge durchzuführen. Das aber war sehr mühsam und zeitaufwendig. Eine effektivere Lösung musste her. Und die fanden Tim Koesling und seine Kollegen bei einem befreudeten landwirtschaftlichen Betrieb in Niedersachsen. Von dem wurden zwei Geräte zur Probe ausgeliehen: eine hydraulische Astschere und ein Holzschredder (Mahlwerk, das Biomasse, in kleine Bestandteile auflöst und als Ergebnis das sogenannte Schreddergut hinterlässt). Beide Geräte sind zum Anbau an Ackerschlepper geeignet. "Im Probebetrieb konnten wir feststellen, dass beide Geräte sich für die zugedachten Aufgaben hervorragend eignen", so Koesling.

Vor dem Rückschnitt der Feldgehölze musste sich der Samsweger Agrarbetrieb allerdings mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung setzen. "Das Zurückschneiden ist nur außerhalb der Vegetationsperiode in der Zeit von November bis Februar zulässig. In diesem Zeitraum brüten auch keinen heimischen Singvögel", erklärt Koesling.

Christoph Cossmann, der die Astschere bedient, lobt den sauberen Schnitt bis in eine Höhe von fünf Meter. Er ist der Überzeugung, dass die beschnittenen Gehölze gut wieder austreiben.

Im Rahmen der Verfahren zur Flurneuordnung sind in der zurückliegenden Zeit viele neue Feldhölze in die Erde gekommen. Für ihre Pflege ist in den meisten Fällen entweder die Gemeinde oder die Separation – sprich die Gemeinschaft der Eigentümer von Acker- und Grünland – zuständig. "Wenn frühzeitig nach dem Anwachsen der Gehölze mit der regelmäßigen Pflege begonnen wird, ist die sehr kostenbegünstig durchzuführen", ist Koesling der Überzeugung.

Die Niedere Börde hat inzwischen Interesse am Einsatz der beschriebenen Technik bekundet. Bauamtsleiter Reinhard Schimka hat sich die Funktion der hydraulischen Astschere und des nachrückenden Schredders, dessen Mahlgut in der Hecke verschwindet oder als Mulch geborgen wird, an Ort und Stelle angesehen.

 

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