Die Klassenräume des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums glichen am Freitag einem Ameisenhaufen. Im Gegensatz zu normalen Schultagen aber war an diesem Nachmittag das Umherlaufen und Dazwischenreden ausdrücklich erwünscht. Schließlich war Tag der offenen Tür.

Wolmirstedt. Hanna Jagnow und Luise Hillert besuchen die 4. Klasse und sind sich nicht sicher, ob sie ab der 5. Klasse aufs Gymnasium wechseln. Also nutzten sie den Tag der offenen Tür und schauten sich an, wie bei den "Kurfürsten" Deutsch, Mathematik, Biologie oder Chemie unterrichtet werden. Die Fachlehrer indes hatten alle Register gezogen und in ihren Räumen jede Menge Anschauungsmaterial und Quizfragen zur Verfügung gestellt. Das Gymnasium präsentierte sich als große Schule für alle Sinne.

Im Foyer verführte der Duft frischer Waffeln, aber es gab auch Kuchen, Würstchen und Getränke. "Der Erlös der Hotdogs kommt der Ausgestaltung unserer Abifeier zugute", verraten Marie Lühr und Sarah Freistedt aus der 12. Klasse. Zwischendurch sang der Schulchor, in der Sporthalle wurde ein Fußballturnier ausgetragen.

Rege Gespräche entwickelten sich in den Klassenräumen. Dass Lateinunterricht sich nicht nur auf Vokabeln lernen beschränkt, vermittelte Lateinlehrer Jörg Rohde. "Die Schüler lernen viel über die Politik, Philosophie und Geschichte."

Axel Nielebock unterrichtet nicht nur Chemie, sondern leitet auch eine Chemie-Arbeitsgemeinschaft. Julia Grams und Denice Buckler zeigen den Besuchern, wie hübsch Metallsalze im Becherglas wachsen.

Im Astronomieunterricht lernen die Schüler mehr, als den Stand der Planeten und Sterne. "Wisst ihr, wie die Milchstraße entstand?", fragte Lehrer Ulrich Breitenfeld und hat anschließend große Freude daran, die Sage von Zeus, Hera, Herkules und der verkleckerten Muttermilch zu erzählen.

So unterhaltsam und lehrreich ging es in allen Räumen zu. Es waren ohnehin nicht nur Eltern und Kinder gekommen, die noch eine Schulwahl treffen müssen, sondern auch viele Familien, deren Kinder schon länger dieses Gymnasium besuchen. Schließlich stehen für jeden der etwa 830 Schüler während der Schullaufbahn mehrere Entscheidungen an. Die Mädchen und Jungen müssen sich für eine zweite Fremdsprache entscheiden, das kann Französisch sein, Russisch oder Latein. Später stehen sie wieder vor der Entscheidung, welche Kurse sie besuchen, intensiviueren oder abwählen. Wie das funktioniert, welche Konsequenzen die Fächerwahl für das Abitur nach sich zieht, darüber referierte Oberstufenkoordinatorin Anette Modrach in der Aula vor den Eltern und Schülern der jeweiligen Klassenstufen.

Ob die Viertklässlerinnen Hanna Jagnow und Luise Hillert bald das Gymnasium besuchen? Wer weiß. Sie waren längst im Getümmel verschwunden.

Bilder