"Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen" – die Liedzeilen des Popsängers Xavier Naidoo stellten die Kinder- und Jugendlichen vom Zielitzer Holzhaustheater am Sonn- abend als Motto über ihr diesjähriges Jahresvorspiel. Mit dem Jahresvorspiel starten die jungen Holzhausmimen traditionell ins neue Jahr.

Zielitz. Das "Jahresvorspiel" ist keine Aufführung, sondern vermittelt den gegenwärtigen Arbeitsstand der Zielitzer Schauspielschüler, zeigt dem Publikum, wie weit vor allem die Jüngsten auf der Bühne voran gekommen sind. Dabei geht es nicht nur um die fertige Inszenierung auf der Bühne, sondern vor allem um den Weg dorthin. Und dieser Weg ist lang und schwierig. Geduld ist wichtig. Bis zu einem Jahr harter Proben sind bis zur Bühnenreife nötig.

2010 probten die großen und kleinen Bühnenkünstler insgesamt 800 Stunden. Von den 35 Vorstellungen wirkten die Kinder und Jugendlichen an 24 Aufführungen aktiv mit. Allein für das zu den 11. Kalimand- scharo-Festspielen auf dem Zielitzer Salzberg aufgeführte Stück "Der kleine Angsthase" war einschließlich des Mitwirkens der vielen Vereinsmitglieder im Hintergrund ein gesamter Aufwand von 1 160 Arbeitsstunden nötig.

Die jüngste Mimin ist die kleine Mizzi

Derzeit zählen die vier Gruppen der Schauspielschule 37 Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren. Ein Großteil von ihnen zeigte Eltern und Verwandten am Sonnabend Kostproben ihres Könnens. Sie spielten Szenen ihrer Stücke, gaben Einblicke in ihre Schauspielübungen und tanzten, was das Zeug hielt.

Auf dem Programm standen Szenen aus dem Impro-Märchen "Die Prinzessin und der Schweinehirt", die Jüngsten zeigten Kostproben der Inszenierung "Die Prinzessin auf der Erbse" und die Gruppe "Märchen" zeigte musikalisch-pantomimische Szenen von Sergej Prokofjews "Peter und der Wolf" .

Die künstlerische Leiterin der Zielitzer Schauspielschule, Sigrid Vorpahl, wies bei den Vorführungen am Sonnabend auf individuelle Besonderheiten ihrer "Eleven" hin, erinnerte an ihre Anfänge und die schrittweise überwundenen Unsicherheiten. Ihre Schützlinge konnten zeigen, dass Theaterspielen Schüchternheit überwinden hilft, dass Schauspiel Inneres herauskitzelt und Gefühle im Spiel auf der Bühne Ausdruck finden.

Tanzlehrerinnen Margrit Tenner, frühere Solotänzerin am Magdeburger Theater, und Dima Djouglaska hatten mit ihren Schülerinnen und Schülern Poptänze und Pantomimen einstudiert.

Von urkomisch bis tänzerisch mitreißend

"Beim Tanzen lernen unsere Schützlinge erst einmal eine bestimmte Haltung, um eine gewisse Bühnenpräsenz zu erzeugen", erläuterte Tenner. Die Tanzeinlagen zeigten, dass Bewegung auf der Bühne hilft, sich selbst zu überwinden, den eigenen Spaß und den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen.

Und die jungen Mimen taten das mit Bravour. Mit erst fünf Jahren zeigte die kleine Mizzi Engelbrecht, was Knirpse ihres Alters auf der Bühne leisten können. Mizzi ist die jüngste Zielitzer Schauspielschülerin aller Zeiten.

Ob Juli Gebhardt als falsche Prinzessin oder Jupp Heckelmann bei seiner Fliegenpantomime, ob die urkomische Vanessa Petschauer als Prinzessin "Synthia von Synthetik" oder Felix Wendt als höchst lustiger Kaiser – alle Altersgruppen bewiesen spielend, was für sie die Faszination Theaterspiel ausmacht. Davon können sich Besucher des Holzhaustheaters schon bald selbst ein Bild machen.

Zur nächsten offiziellen Vorstellung erwarten die Holzhausmimen ihre Gäste bereits am kommenden Wochenende. Am Sonntag, dem 30. Januar, zeigen sie die Premiere des Märchens "Die Prinzessin und der Schweinehirt". Beginn ist um 10.30 Uhr im Holzhaus- theater. Der Eintritt dazu ist übrigens erstmalig frei.

   

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