Während es in den Blumenläden schon die ersten Frühlingsboten zu kaufen gibt, befindet sich Konrad Riedels Kräutergarten noch in der Winterpause. Im April, wenn wieder alles blüht, lädt der Oberpharmazierat erneut zu seiner beliebten Vortragsreihe "Gesundheitsmittwoch", die seit Januar 2008 eine stetig wachsende Schar von Anhängern begeistert.

Wolmirstedt. Ungläubig schüttelt Konrad Riedel den Kopf. "Wie ich im Apothekenmuseum 42 Leute unterbekommen habe, das weiß ich heute auch nicht mehr." Eines weiß der Oberpharmazierat aber genau. Und zwar, dass es seine beliebte Vortragsreihe "Gesundheitsmittwoch" auch 2011 fortgeführt wird. Im April soll es losgehen. Und die erste Veranstaltung wird sicher nicht weniger Interessierte anziehen, als die Maximalzahl aus dem vergangenen Jahr. Lautet der Titel doch vielversprechend: "Liebespillen/Liebesgetränke – Pflanzen und Tiere im Dienst von Eros und Amor."

Angefangen hat alles im Januar 2008. Riedel wollte die Lücke stopfen, die sich nach dem Ende der beliebten "Medizinischen Sonntage" entstanden war. Mittlerweile kann der Oberpharmazierat jeweils am dritten Mittwoch eines jeden Monats zwischen 10 und 15 Stammhörer begrüßen. Die Saison startet auch 2011 wieder im April, wenn im Kräutergarten hinter der Adler-Apotheke in der Friedensstraße die Heilpflanzen erblühen. Bis Oktober treffen sich die Interessierten dann immer schon um 16.30 Uhr im Garten, wo Konrad Riedel ihnen die "Drogen des Monats" und deren Wirkung vorstellt. Im Anschluss starten die Vorträge im Apothekenmuseum (siehe Infokasten).

2010 hatte der Apotheker die Nahrungsmittel in den Fokus gerückt. "Vor allem die Kohlenhydrate, Zucker und Süßstoff stießen auf reges Interesse", bilanziert der 67-Jährige. Ebenfalls großen Andrang gab es bei den beiden Vorträgen, für die sich Riedel Unterstützung von den Medizinern Dr. Suppe (zur "Aussage von Laborwerten") und Dr. Sülldorf ("Akupunktur und chinesische Medizin") geholt hatte. Beliebt waren auch die Veranstaltungen, bei denen das Thema im Anschluss verkostet werden konnte. Wie zum Beispiel der Gesundheitsmittwoch, der sich der Herstellung von Likören widmete.

Fest im Jahresplan verankert sind auch Ausflüge in die nähere Umgebung. Im Mai 2010 allerdings musste der Organisator seine Route aufgrund des Hochwassers umplanen. "Eigentlich wollten wir am Gymnasium und rund um die Elbeuer Mühle spazieren", erinnert sich Riedel. Als er aber bei der Probefahrt über die Strecke schon mit dem Auto stecken blieb, entschied er sich für einen anderen Weg. "Es ging dann durch den Park am BFZ und die Gartenstraße in Richtung Quetchen. Die Teilnehmer konnten gar nicht glauben, was wir entlang des Weges alles für Pflanzen gefunden haben und bestimmen konnten."

Auch nach drei Jahren seien ihm Lust und Themen noch nicht vergangen, erklärt der umtriebige Oberpharmazierat. Nach dem letzten Vortrag eines jeden Jahres dürfen sich die Zuhörer selbst wünschen, was bei den nächsten Treffen behandelt werden soll. Auch 2010 gaben die Besucher ihrem Gastgeber umfangreiche Anregungen, die in den Plan eingeflossen sind. Kein Wunder, dass Konrad Riedel so energisch wie überzeugt erklärt: "Wir sind noch lange nicht durch."