Die Gemeinde Barleben hat mit der Hochschule Magdeburg-Stendal in der Vorwoche einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Letztlich geht es bei dem Projekt "Gesunde Kommune" darum, die Lebensqualität der Bürger weiter zu erhöhen. Im Februar beginnt zunächst eine Analyse der gesundheitlichen Rahmenbedingungen. Zum Schluss soll es Empfehlungen zur Entwicklung einer gesundheitsfördernden Kommunalpolitik geben. Wieder einmal leistet Barleben damit in Sachsen-Anhalt Pionierarbeit.

Barleben. "Keine Weisheit kann sich entfalten, keine Kunst sich offenbaren, kein Reichtum Genuss gewähren, keine Rednergewalt sich geltend machen, wenn Gesundheit fehlt." Dieser Spruch von Herophilos passt zu dem ungewöhnlichen Vorhaben von vier Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Barleben das Thema Gesundheit von allen Seiten zu beleuchten und im Ergebnis Empfehlungen für Verbesserungen zu geben.

Wünsche, Bedürfnisse

Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages in der Vorwoche hatte das Quartett am Montag im fast bis auf den letzten Platz besetzten Gemeindesaal seinen ersten großen Auftritt. Franziska Dittrich (29) erläuterte das Vorhaben. Zusammen mit den anderen Mitglieder der Projektgruppe "KoGe" Christian Lüder, Kathleen Eder und Carolin Lampe will die Studentin mit dem Projekt den Schritt in Richtung einer regionalen Gesundheitswirtschaft ebnen.

"Wir haben Fragebögen ausgeteilt, um uns optimal auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einstellen zu können. Wir hoffen sehr, dass sie uns unterstützen. Nur so ist eine aussagekräftige Analyse möglich", betonte Frau Dittrich. Befragt werden die Gemeindemitglieder in den nächsten vier Monaten. Im Fokus steht u.a. die Beurteilung der Lebensqualität sowie der gesundheitsfördernden Angebote und Dienstleistungen, welche abschließend unter dem Aspekt "gesundheitsfördernde Kommunalpolitik" ausgewertet werden.

"Barleben beschreitet mit dieser Zusammenarbeit Neuland, denn dieses Projekt mit der Hochschule Magdeburg-Stendal ist bislang einmalig in Sachsen- Anhalt", informierte Prof. Dr. med Eberhard Göpel, der für die Hochschule das Projekt coacht und darauf hinwies, dass dieses Gesundheitsprojekt eines von 23 in der gesamten Bundesrepublik ist.

Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff zeigt sich hocherfreut und sagt seine volle Unterstützung zu. "Die Pionierfunktion liegt uns, die Analyse passt zudem in unser Konzept, um möglicherweise als Gemeinde zu reagieren".

Eine Bedarfsanalyse

Ziel der Untersuchung ist es, durch Befragungen der Bürger, Vereine, Unternehmen und medizinischer Versorger eine aussagekräftige Situations- und Bedarfsanalyse zu erstellen. Gibt es beispielsweise ausreichend gesundheitsfördernde Angebote in der Gemeinde? Wo gibt es dafür noch Reserven? Durch Ausfüllen und Abgeben des Fragebogens haben die Bürger der Gemeinde die Chance, aktiv an der Gestaltung einer möglichen Gesundheitskommune mitzuwirken. Der abschließende Bericht der Arbeitsgruppe soll im Juni vorgelegt werden.

"Wir hoffen, dann Aufschluss über den Bedarf gesundheitsbezogener Angebote und Dienstleistungen vor Ort geben zu können. Denkbar sind Angebote für alle Altersgruppen, Ausbau betrieblichen Gesundheitsförderung sowie Förderung einer regionalen Gesundheitswirtschaft durch neue Kooperationsformen", sagte Franziska Dittrich abschließend.

Bürgermeister Keindorff formulierte schon mal im Interesse viele Bürger einen Wunsch: "Wir brauchen dringend einen Kinderarzt."