Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn weilte gestern Vormittag zu einem Arbeitsbesuch am Internationalen Gymnasium "Pierre Trudeau" – am neuen Gymnasium. Das heißt, der stellvertretende Ministerpräsident besuchte die Baustelle in der Bahnhofstraße, wo vor mehr als einer Woche erst die Richtkrone gesetzt wurde.

Barleben. Marco Langhof, Vorstand der Ecole-Stiftung, und Schulleiter Dr. Michael Kleinen empfingen den hohen Gast aus der Landeshauptstadt – der ganz bewusst den Weg in die Börde gesucht hat – in die Bahnhofstraße.

Doch weniger, wie zu erwarten, die Finanzen, als vielmehr das Landesdatennetz war der Anlass für den Minister, der Bildungseinrichtung einen Besuch abzustatten. Und dennoch gab es Gesprächsbedarf: In das vom Land geplante große Verwaltungs-IT-Netzwerk sollen laut Bullerjahn Kommunen, Hochschulen, aber auch Schulen integriert und damit nicht nur Verwaltungsabläufe vereinfacht werden. Demnach sollen künftig, so die Vorstellungen des Finanzministers, alle verantwortlichen Stellen, ebenfalls in Barleben, Zugriff auf das Landesdatennetz haben.

Da es sich inzwischen auch bis in die Landeshauptstadt hinein herumgesprochen hat, dass es in Barleben eine junge und vor allem innovative Schule gibt, die auf "Vernetzung", sprich moderne Lehrmittel, "schwört", suchte Jens Bullerjahn gestern gezielt das Gespräch mit Dr. Kleinen und dem Vorstand. "Sicherlich auch, weil wir ähnlich wie im Land, neue Wege bei der Lehrstoffvermittlung gehen, dabei die ,Vernetzung‘ längst nicht nur ein geflügeltes Wort am Gymnasium geworden ist", wie Marco Langhof nachdrücklich unterstrich.

Und so erfuhr der Finanzminister noch bevor er seinen Fuß auf die Baustelle setzte, dass die altehrwürdige Bauhülle bei ihrer Fertigstellung mit innovativen und hochmodernen Lehrmittel bestückt sein wird. Das Lösungswort, zumindest, was das Gymnasium betrifft, lautet "Edunex".

Schulleiter Dr. Kleinen erläuterte, was sich hinter diesem Wort verbirgt, das seit November des vergangenen Jahres in aller Munde ist: "Eine moderne und sichere Bildungsplattform. Sie vereint interaktive elektronische Unterrichtsmittel mit einer für Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen nutzbaren Lernplattform."

Wie der Schulleiter deutlich machte, können sich so, die oft weit voneinander entfernt wohnenden Schüler beispielsweise für Gruppenarbeit virtuell im Netz treffen, dabei auch Lehrer und Eltern einen Einblick in die Arbeit haben. Was den Schulunterricht vor Ort betrifft, kommt der "interaktiven Tafel", dem sogenannten Whiteboard, immer mehr Bedeutung bei. Klassische Schultafeln werden zumindestens am neuen Internationalen Gymnasium kaum über die Statistenrollen hinauskommen. Schulleiter Dr. Michael Kleinen, der mit dem wohl jüngsten Kollegium im Lande diese denkwürdige Aufgabe angeht, ist überzeugt, dass das Projekt gelingen wird. "Die Testphase hat gezeigt, dass es genau der richtige Weg ist, die Entscheidung gut überlegt war", ergänzte Marco Langhof. Der Finanzminister aber wäre nicht Finanzminister, wenn er nicht nach den Kosten fragen würde: Die belaufen sich für den "Neubau" auf 10,5 Millionen Euro.